Prof. (FH) DDr. Mario Situm, MBA, Studiengangsleiter Unternehmensführung mit Absolventin und Studienautorin Christina Michaela Noppinger, BA
FH Kufstein Tirol, Christina Göttges
Prof. (FH) DDr. Mario Situm, MBA, Studiengangsleiter Unternehmensführung mit Absolventin und Studienautorin Christina Michaela Noppinger, BA

Digitale Transformation von SC in Österreich noch nicht umgesetzt

14.08.2018 |
Forschung
Das ist ein Ergebnis der Studie von Christina Noppinger. Die Absolventin der FH Kufstein Tirol hat in ihrer Bachelorarbeit die Digitalisierung der Supply Chain österreichischer Unternehmen untersucht und Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Christina Michaela Noppinger, BA, Absolventin des Bachelorstudiengangs Unternehmensführung, hat untersucht, wie weit österreichischen Unternehmen der Branchen „Herstellung von Waren“ und „Handel“ bei der Umsetzung der Digitalisierung ihrer Lieferkette, der Supply Chain (SC), sind.

Analyse von 200 Fragebögen aus unterschiedlichen Unternehmen

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit hat sie analysiert, ob und inwieweit Schritte zur digitalen Transformation der SC umgesetzt wurden und welches Potenzial noch besteht. Knapp 200 Fragebögen, ausgefüllt von GeschäftsführerInnen oder Beschäftigten in leitenden Positionen mit im Durchschnitt mehr als 22 Jahren Berufserfahrung, hat sie dafür ausgewertet.

Noch keine Maßnahmen bei einem Drittel der Unternehmen

„Im Ergebnis erkennen die meisten Unternehmern eine zunehmende beziehungsweise absolute Bedeutung der Digitalisierung“, erklärt Studiengangsleiter Prof. (FH) DDr. Mario Situm, MBA, der die Arbeit betreut hat. „Ein Drittel hat aber noch keine entsprechenden Maßnahmen eingeleitet“, so Situm weiter. Statistisch signifikante Unterschiede zwischen unterschiedlichen Unternehmensgrößen gibt es dabei nicht. Als wichtigste Hürden bei der Digitalisierung der SC haben sich die Umstellung der IT-Systeme, der Mangel an Fachkräften, hohe Investitions- und Betriebskosten sowie die erforderliche Anpassung der Organisationsstruktur ergeben. Auch hier traten keine Unterschiede in der Unternehmensgröße zum Vorschein.

Digitalisierung der SC erst wenig verbreitet

Eine genaue Abschätzung der Tragweite erfolgreicher digitaler Transformationen ist nicht möglich, da es keine empirischen Erfahrungswerte gibt. Das liegt vor allem daran, dass die Digitalisierung der SC erst wenig verbreitet ist. Es herrscht auch noch kein klares Konzept zur Einbindung von Partnerbetrieben in das digitale Konzept vor. Am Markt ist offenbar auch noch kein Trend erkennbar, welche Lösungen die Herausforderungen der digitalen Transformation der SC am besten abdecken.

Die bisher am Weitesten verbreiteten Digitalisierungstechnologien sind IT- und Datensicherheit, Cloudbasierte Software und SC-Visibility-Plattformen. Die Untersuchung drängt die Schlussfolgerung auf, dass die digitale Transformation der SC für österreichische Unternehmen noch nicht umfassend umgesetzt ist. Das volle Potenzial wird kurz- bis mittelfristig noch nicht ausgeschöpft werden.

Maßnahmen für erfolgreiche Transformation

Als weiteres Ergebnis gehen aus der Studie folgende Handlungsempfehlungen hervor:

  • Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie für das eigene Unternehmen unter Einbeziehung von erfahrenen ExpertInnen
  • Schrittweise Umsetzung einzelner Teilbereiche und schrittweise Anpassung der Ressourcen und der Organisationsstruktur
  • Vorabgespräche mit Kreditinstituten zur Sicherstellung erforderlicher Investitionsvorhaben
  • Gespräche mit wichtigen Stakeholdern zur Prüfung von Strategie und Einbindung
  • Aus- und Weiterbildung ausgewählter MitarbeiterInnen zur Begleitung, Implementierung und Umsetzung der digitalen Transformation
  • Förderungen als begleitendes Finanzierungsinstrument

Ein Auszug der Ergebnisse wurde bereits bei der Veranstaltung A21 DIGITAL INSIGHTS „Erfolgreich als ‚Digital Transformer‘“ im Traktoren Innovationszentrum Tirol vorgestellt. Die gesamte Studie erscheint in im Frühjahr 2019 in der zfo – Zeitschrift Führung + Organisation.

Mit dem neuen Masterlehrgang Digital Transformation Management bildet die Business School der FH Kufstein Tirol in Kooperation mit der FH JOANNEUM und der Hochschule für Angewandte Sprachen des SDI München SpezialistInnen aus, die Unternehmen auf ihrem Entwicklungspfad ins digitale Zeitalter zu begleiten.