Von der CAD-Zeichnung der Hand zu den ersten Fingern aus dem 3D-Drucker.
Von der CAD-Zeichnung der Hand zu den ersten Fingern aus dem 3D-Drucker.

Masterstudent entwickelt High-Tech-Hand

17.08.2018 |
Allgemein
Alexander Führen, Absolvent, Student und wissenschaftlicher Mitarbeiter der FH Kufstein Tirol arbeitet an einer bionischen Handprothese. Im Interview erzählt er, wie ihm das bei der Gründung vom eigenen Technologieunternehmen helfen wird.
  • Worum geht es in Ihrem Projekt? Warum entwickeln Sie eine Prothese und was ist das Besondere daran?
    In diesem Projekt stehe ich in der Phase des Prototyping. Gerade drucke ich aus den CAD-Zeichnungen die ersten Bauteile für die Finger am 3D-Drucker. Ich möchte eine Handprothese, von der Idee bis zum fertigen Produkt entwickeln und das technische Know-how aus dem Masterstudium direkt anwenden. Ich finde das Konzept einer smarten Prothese, die aus Bauteilen aus dem 3D-Drucker besteht, spannend und die Technologie dahinter fasziniert mich. Das Besondere daran ist, die kostengünstige Fertigung von Prototypen mit dem 3D-Drucker, da die Entwicklung sonst sehr kostenintensiv wäre.

 

  • Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen den Schritt in die Selbständigkeit zu gehen?
    Ich hatte schon immer das Ziel, einmal selbst ein Unternehmen zu gründen. Der erste Schritt in diese Richtung war mein Bachelorstudium Unternehmensführung. In meinem Auslandssemester im australischen Sydney, habe ich dann begonnen an einem Smart Suitcase zu arbeiten. Die Idee war ein Reisekoffer mit GPS Tracker, integrierter digitaler Waage, Sensoren, die anzeigen, ob der Koffer geöffnet wurde und einer integrierten Power Bank, um das Handy unterwegs aufzuladen. Durch mein Studium konnte ich auch einen kompletten Business Plan erarbeiten, eine Strategie entwickeln und die Finanzierung berechnen. Um wirklich weiterzukommen musste ich mein technisches Wissen vertiefen. Ich wollte den smarten Koffer aber unbedingt weiterentwickeln und vermarkten.

 

  • Das Studium Unternehmensführung hat Sie vor allem wirtschaftlich vorbereitet. Woher hatten Sie dann das technische Know-how?
    Seit Jahren habe ich mich aus Interesse intensiver mit neuen Technologien beschäftigt. So war ich in der Lage das Konzept mit allen Hauptkomponenten zu erarbeiten. Um weiter daran zu arbeiten, musste ich mir aber das Know-how aneignen, einen Prototypen zu entwickeln und die Software dafür zu schreiben. Ich war also auf der Suche nach einem Studiengang, in dem ich dieses Wissen ausbauen und mit dem Fokus auf den neuesten Technologien weiterentwickeln kann. Der neue Masterstudiengang Smart Products & Solutions ließ mich nicht lange überlegen. Der Mix aus Business, Software, Hardware und Wertgenerierung aus Daten ist genau das, was ich auf meinem Weg zum eigenen Technologieunternehmen brauche.

 

  • Woran arbeiten Sie jetzt?
    Nachdem unmittelbar vor der Prototypenentwicklung des Smart Suitcase ein amerikanisches Start-up mit genau derselben Idee auf den Markt kam und durch eine millionenschwere Venture Capital Finanzierung gestützt wurde, habe ich mir ein anderes Projekt gesucht. Nach zwei Semestern im Masterstudiengang arbeite ich jetzt an einer bionischen Hand, einer High-Tech-Prothese. Die Vorlesungen und die Anwendung des Gelernten macht es schon jetzt möglich, dass ich mich in alle Bereiche der Entwicklung selbst einarbeiten kann. Ich erstelle die CAD-Zeichnungen, kann Bauteile am 3D-Drucker der FH produzieren, kümmere mich um die Elektronik und schreibe die Software. Obwohl es ein privates Projekt ist, unterstützt mich das Studiengangteam bei Bedarf.

 

  • Inwieweit hilft Ihnen Ihr Studium bei der Gründung eines Unternehmens?
    Als Entrepreneur brauche ich möglichst breites Wissen. Gerade am Anfang muss ich möglichst viele Aufgaben selbst erledigen können. Später ist es von Vorteil, um mit allen Abteilungen gut zusammenzuarbeiten. Mit dem technischen Fachwissen im Bereich Hardware, Software und Data Science kann ich auch viel besser einschätzen, wie lange die einzelnen Entwicklungsschritte und Aufgaben dauern sollten. Der Studiengang Smart Products & Solutions bringt mich Schritt für Schritt näher an mein Ziel vom eigenen Unternehmen.