Das digitale Zukunftsbild von Lienz und den weiteren Gemeinden soll sich durch die Projekte verändern.
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Das digitale Zukunftsbild von Lienz und den weiteren Gemeinden soll sich durch die Projekte verändern.

FH Kufstein Tirol unterstützt Digitalisierungsprojekt für die Region Lienz

22.07.2020 |
Forschung
Digitale Projekte sollen die Zukunft der sechs Gemeinden in der Tiroler Region noch innovativer und moderner gestalten. Wissenschaftlich begleitet werden die Projekte von Forschenden und Studierenden der FH Kufstein Tirol.

Die Digitalisierung in der Region Lienz ist ein neues Leuchtturmprojekt des Landes Tirol und wird durch die Kufsteiner Fachhochschule, die unter anderem die Digitalisierung als Forschungsschwerpunkt hat, unterstützt. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich im Sommer 2021 vorliegen. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und Möglichkeit bei diesen Projekten unsere Kenntnisse aus unserem Forschungsschwerpunkt „Mensch & Digitalisierung“ einfließen lassen zu können“, zeigt sich FH-Rektor, Prof. (FH) Dr. Mario Döller erfreut.

Die FH Kufstein Tirol bündelt im Projekt die Expertisen mehrerer Studiengänge: Data Science & Intelligent Analytics, Digital Marketing, Unternehmensführung, Energie- & Nachhaltigkeitsmanagement* und Smart Products & Solutions unterstützen das Projekt mit der notwendigen Fachexpertise im Digitalisierungsbereich insbesondere in der Sensorik. Projektbeteiligt sind auch die Firma Inno-Cube GmbH, die die Sensoren anhand der definierten Anwendungsfälle aufbauen und die Daten über ein LoRa Netz verarbeiten. Dank dieser Funktechnik (LoRa), wird eine extrem stromsparende und weitreichende Datenübertragung ermöglicht. Die Projektbegleitung wird durch Dr. Ruhle von SBR-net Consulting übernommen.

Digitalisierungsvorhaben für die Gemeinden: Aufbau einer Smart Region

Insgesamt wurden rund 40 Prozent der Haushalte aus 15 Gemeinden bereits mit Passiv-Sharing Breitbandinternet ausgestattet und verfügen somit über eine gute Ausgangsgrundlage für die Projektdurchführungen. Nun soll ausgelotet werden, welche Dienste und Anwendungen sich für eine Region auf dieser Infrastruktur eignen und welche Aufgaben die öffentliche Hand übernehmen soll. Zudem soll überprüft werden was private Unternehmen anbieten und welchen Nutzen die Region aus neuen digitalen Anwendungen ziehen kann. Folge dessen wird erforscht was für die Region selbst implementierbar und nutzbar ist sowie wie das digitale Zukunftsbild der Region aussehen kann.

Anwendungsgebiete für sechs Gemeinden

Die Projektgruppe hat sechs Anwendungsfelder herausgearbeitet, die jeweils für eine Gemeinde umgesetzt werden soll. Für die Gemeinde Iselsberg-Stronach soll eine Mobilitäts-Messung für die Bundesstraße 107 in Richtung Kärnten sowie Messung der Frequenz des Wanderwegs im Nationalpark vorgenommen werden. In Leisach soll das Wassermanagement der Quellfassungen digitalisiert und dadurch innoviert werden. Im Verkehrs- und Wetterbereich wird ein Projekt für Lienz realisiert. Hierbei sollen die Straßenbeleuchtungen hinsichtlich Ein- und Ausschaltzeiten sowie Fehlerbehebungen und die Messung der Fahrbahntemperatur durch digitale Sensoriken verbessert und analysiert werden können. Der Straßendienst erhält auch digitale Hilfsmittel ebenso wie die Wetterstation hinsichtlich Wetterprognosen.

In Thurn fokussiert sich der digitale Einsatz auf Gebäudeinfrastrukturen, indem öffentliche Gebäude mit Energiedaten-Monitoring unterstützt werden und digitale Zugangskontrollen mehr Sicherheit bieten sollen. Ebenso in Richtung Sicherheit erhält die Gemeinde Tristach ein Abwasserpumpen-Management, das intelligent den Wasserfüllstand überprüft und automatische Warnungen auslöst. In Schlaiten findet die Umsetzung des sechsten digitalen Projekts statt und wird Hochbehältermessungen durchführen.

*vorbehaltlich der Akkreditierung durch die AQ Austria