Bundesministerin Dr. Sophie Karmasin mit Prof. (FH) Dr. Thomas Madritsch beim Treffen zum Standortfaktor Familienfreundlichkeit in Kufstein
Bundesministerin Dr. Sophie Karmasin mit Prof. (FH) Dr. Thomas Madritsch beim Treffen zum Standortfaktor Familienfreundlichkeit in Kufstein

Familienfreundlichkeit als Wettbewerbsvorteil

09.10.2017 |
Allgemein
Bei einem Vernetzungstreffen zum Standortfaktor Familienfreundlichkeit zeigte FH-Geschäftsführer Prof. (FH) Dr. Thomas Madritsch, wie Familienfreundlichkeit zum Wettbewerbsvorteil für Unternehmen werden kann. Mit am Podium war auch Familienministerin Karmasin.

Die Familie & Beruf Management GmbH, ein Unternehmen des Bundesministeriums für Familien und Jugend und zuständig für die Zertifizierung von Unternehmen, Gemeinden und Institutionen, hat im Kultur Quartier Kufstein ein Informations- und Vernetzungstreffen zum Standortfaktor Familienfreundlichkeit organisiert.

Bürgermeister und Familienministerin über Vorzeigeregion

Der Bürgermeister der Stadt Kufstein Martin Krumschnabel begrüßte die Gäste und betonte den Stellenwert sowie den Nutzen der Familienfreundlichkeit in Unternehmen im Bezirk. Im Anschluss daran sprach die Bundesministerin für Familien und Jugend Dr. Sophie Karmasin über die politischen Maßnahmen im Bereich Familienfreundlichkeit gesprochen und bezeichnete Kufstein als Vorzeigeregion in diesem Bereich.

Familienfreundlichkeit als Gegenmaßnahme zu Fachkräftemangel

In einem wissenschaftlichen Expertenvortrag zeigte der Geschäftsführer der FH Kufstein Tirol Prof. (FH) Dr. Thomas Madritsch den Mehrwert von Familienfreundlichkeit in Unternehmen anhand von Umfragen und konkreten Beispielen auf. So legte er einen prognostizierten Anstieg des Fachkräftemangels dar und wies auf das Potenzial einer Steigerung der Frauenerwerbsquote hin. Das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK hatte bereits vor zehn Jahren ergeben, dass Familienfreundlichkeit eine bedeutende Rolle bei der Wahl des Arbeitgebers spielt. Auch Führungskräfte halten Maßnahmen in diesem Bereich für sehr wichtig.

Wettbewerbsvorteil durch familienbewusste Personalpolitik

Um diese Meinungen auch mit Fakten zu belegen, zitierte Prof. (FH) Madritsch Zahlen aus einer Studie des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Demnach ist die Motivation der Beschäftigten in Unternehmen, die eine entsprechende Personalpolitik verfolgen, deutlich höher, als in Vergleichsunternehmen ohne vergleichbare Maßnahmen. Dasselbe gilt für die Produktivität, die Qualität der BewerberInnen, und die Bindung von KundInnen. Außerdem ist das Ausmaß an Fehlzeiten, krankheitsbedingten Ausfällen und Eigenkündigungen deutlich geringer. Somit kann durch Familienfreundlichkeit auch ein strategischer Wettbewerbsvorteil aufgebaut werden.

Familienfreundliche Hochschule

Deshalb setzt auch die Kufsteiner Fachhochschule auf eine familienbewusste Personalpolitik. „Neben flexiblen Arbeitszeiten und Home Office bieten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch Maßnahmen zu gesundheitsbewusster Ernährung. Auch für unsere Studierenden bieten wir eine Reihe an spezifischen Möglichkeiten. So ist unter bestimmten Voraussetzungen beispielsweise eine Unterbrechung des Studiums möglich und die Krankheit einer betreuungspflichtigen Person gilt als Entschuldigung bei Prüfungsterminen“, so FH-Geschäftsführer Prof. (FH) Dr. Thomas Madritsch. Seit 2012 trägt die Fachhochschule Kufstein Tirol die Zertifizierung hochschuleundfamilie und wurde im Jahr 2015 erfolgreich reauditiert.

Mehr zum Thema "Familienfreundliche Hochschule" unter https://www.fh-kufstein.ac.at/hochschuleundfamilie.