Verleihung des Franz-Bogner-Wissenschaftspreises für PR 2019 an Peter Dietrich; v.l.n.r.: Christoph Neumayer (Vorsitzender d. Wissenschaft. Senats), Peter Dietrich (Preisträger), Elisabeth Freismuth (Sonderbeauftragte des Bundesministeriums), Julia Wippersberg (PRVA-Präsidentin), Sabine Fichtinger (Juryvorsitzende).
Ludwig Schedl/APA-Fotoservice
Verleihung des Franz-Bogner-Wissenschaftspreises für PR 2019 an Peter Dietrich; v.l.n.r.: Christoph Neumayer (Vorsitzender d. Wissenschaft. Senats), Peter Dietrich (Preisträger), Elisabeth Freismuth (Sonderbeauftragte des Bundesministeriums), Julia Wippersberg (PRVA-Präsidentin), Sabine Fichtinger (Juryvorsitzende).

Franz-Bogner-Wissenschaftspreis für PR geht an Prof. (FH) Dr. Peter Dietrich

04.07.2019 |
Allgemein
Eine ausgezeichnete Leistung und Anerkennung in Form des PR-Wissenschaftspreises ist dem FH Kufstein Tirol Professor für Strategische Kommunikation & Stakeholder Management gelungen. Seine Dissertation wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet.

Franz-Bogner-Wissenschaftspreis für PR

Bereits zum 27. Mal verlieh der wissenschaftliche Senat des Public Relations Verbands Austria (PRVA) für positiv beurteilte wissenschaftliche Abschlussarbeiten auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit den Franz-Bogner-Wissenschaftspreis für Public Relations. Der PR-Wissenschaftspreis wird jährlich für Masterthesen, Magister-/Masterarbeiten sowie alle drei Jahre für herausragende Dissertationen vergeben. Die PreisträgerInnen wurden am Mittwoch, den 26. Juni 2019, im Presseclub Concordia in Wien im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung ausgezeichnet und mit einem Preisgeld von insgesamt 10.300 € belohnt.

1.  Preis für Prof. (FH) Dr. Peter Dietrich

Der Kufsteiner Professor für Strategische Kommunikation & Stakeholder Management, Peter Dietrich, hat sich in seiner 2017 an der Universität Wien eingereichten Dissertation mit der Professionalisierung der PR auseinandergesetzt: „Wandlung statt Handlung. Strategie eines wandlungsorientierten Kommunikationsmanagements. Ein von chinesischem Denken inspirierter Beitrag zur Professionalisierung der PR.“ Damit gewann er den 1. Preis des Franz-Bogner-Wissenschaftspreises für Public Relations. Die Jury lobt den innovativen Charakter der Arbeit und die relevanten Ergebnisse für die Praxis: „Mit der Auswertung der Einreichungen zum PR-Staatspreis über 30 Jahre, wurde ein wichtiger Beitrag für die Branche geleistet – diese methodische Herangehensweise ist sehr spannend und passend. Die Auseinandersetzung ist sehr umfangreich und auch philosophisch gut fundiert. Das entwickelte Modell auf Basis des chinesischen Denkens ist sehr spannend und auch in der Lehre gut implementierbar.“ Dietrichs Doktorvater, Univ.-Prof. Dr. Roland Burkart, ist überzeugt: „Die Arbeit ist fraglos ein innovativer Wurf. Wer immer sich in Zukunft zur Situation der PR in Österreich äußert, darf an den empirischen Befunden in der vorliegenden Arbeit nicht vorbeigehen.“

Lösungsansätze für eine managementorientierte Public Relations

Die Promotionsschrift geht auf die PR-Branche ein, die seit rund drei Jahrzehnten vor dem Problem steht, sich von der technisch orientierten Pressearbeit hin zu einer ernstzunehmenden Managementfunktion zu entwickeln. Bislang zeigen diese Professionalisierungsbemühungen wenig Erfolg, da die PR in der breiten Öffentlichkeit nach wie vor unter einem schlechten Ruf leidet und der Öffentlichkeitsarbeit innerbetrieblich sogar eine unzureichende Problemlösungskompetenz unterstellt wird. Dietrich geht der Frage nach, wie ein alternativer Modus der Public Relations zur Erreichung einer höheren Problemlösungskompetenz aussehen kann. Anhand eines Vergleichs zwischen dem westlichen Weltbild und der chinesischen Weltanschauung, konnte in Folge das westliche Managementverständnis hinterfragt werden. Dem westlichen Modus der »Weltbeherrschung« wurde die chinesisch geprägte Idee der »Weltanpassung« gegenübergestellt. „Das wandlungsorientierte Unternehmen versucht also nicht, die Umwelt an sich anzupassen (Weltbeherrschung), sondern sich selbst an seine Umgebung anzupassen (Weltanpassung)“, erklärt Dietrich, „die Identifikation und das Management solcher Anpassungspotentiale stehen im Mittelunkt einer wandlungsorientierten Kommunikation“. Was die westliche Welt vom chinesischen Weltbild lernen kann, ist das Schärfen der eigenen Antennen im gemeinsamen Miteinander. Ein hohes Maß an Empathie ist erforderlich, um das große Ganze zu erkennen. Für das strategische Management bedeutet dies, sich der eigenen Grenzen bewusst zu werden, demütig zu sein und der Kommunikation mehr Bedeutung zuzuschreiben. Für die konkrete Operationalisierung eines wandlungsorientierten Kommunikationsmanagements zog Dietrich unterschiedliche Modelle zur Differenzierung von Lebenswelten heran und leitete eine Systematik von fünf Lebenswelt-Clustern ab. Er sieht die strategischen Prinzipien eines wandlungsorientierten Kommunikationsmanagements vor allem in der Anpassung, Verstärkung und Dynamisierung.

Die FH Kufstein Tirol gratuliert recht herzlich und freut sich mit Peter Dietrich!

Die Auszeichnung des Franz-Bogner-Wissenschaftspreises verdeutlicht einmal mehr, die hervorragende Qualität des Lehr- und Forschungspersonals der FH Kufstein Tirol. Der Geschäftsführer Thomas Madritsch äußert sich sehr erfreut über die Verleihung des PR-Wissenschaftspreises: „Wir sind stolz darauf, ihn als Lehrenden an der Fachhochschule Kufstein Tirol zu haben und schätzen seine Leistung, die er mit seiner Dissertation für die PR-Branche erreichen konnte.“

Peter Dietrich, frischgekürter Träger des Franz-Bogner-Wissenschaftspreises für PR 2019, gemeinsam mit seinem Doktorvater ao. Univ.-Prof. i.R. Dr. Dr. h.c. Roland Burkart.

Foto: Ludwig Schedl/APA-Fotoservice