Asc. Prof. (FH) Mag. Andreas Escudero, Leiter Kompetenzzentrum Sprachen, mit seinem Partner und seinen drei Kindern.
Asc. Prof. (FH) Mag. Andreas Escudero, Leiter Kompetenzzentrum Sprachen, mit seinem Partner und seinen drei Kindern.

Hochschule und Familie: Väterkarenz in der Praxis

22.03.2017 |
Allgemein
Ein Gespräch mit Asc. Prof. (FH) Mag. Andreas Escudero, Leiter Kompetenzzentrum Sprachen
  • Du bist bereits seit dem Jahr 2013 an der FH Kufstein Tirol tätig, was zeichnet für dich unsere Fachhochschule aus?
    Das rezeptive Klima für neue Initiativen. Für mich steht die FH Kufstein Tirol für viele Möglichkeiten, neue Dinge zu tun.
  • Im Jahr 2013 bis du zum ersten Mal Vater eines Sohnes geworden und warst damals für ein halbes Jahr in Karenz, wobei du im Ausmaß der geringfügigen Beschäftigung, neben deiner Familie deiner Leitungsfunktion nachgekommen bist. Nun bist du erneut Papa von Zwillingsmädels geworden. Du bist trotzdem weiterhin, neben drei Kindern und Karenz, bei uns als Leiter des Sprachkompetenzzentrums tätig - wie schaffst du den Spagat zwischen Familie und Job?
    Es wäre prätentiös zu behaupten, dass ich der Leitungsfunktion während der Karenz zu hundert Prozent nachgekommen wäre. Ich würde vielmehr sagen, dass ich mich um einige Prozesse gekümmert habe, wo es wichtig ist, den roten Faden nicht zu verlieren. Da sich die Sprachausbildung unserer Studierenden über drei Semester erstreckt, ist es notwendig, den Überblick über die wichtigsten Prozesse, die jeden Jahrgang betreffen, zu behalten. Alles andere muss man schlicht und einfach delegieren können.
  • Für welche Aufgabenbereiche warst du zuständig?
    Hauptsächlich habe ich mich um die Qualitätskontrolle im Punkto Gruppenbildung und Kursgestaltung gekümmert. Die administrative Seite dessen erfolgte dann in Zusammenarbeit mit Viktoria Wolf, Prof. (FH) Dr. Aleksandra Sudhershan und der Studiengangsassistenz. Persönlich involviert war ich auch beim Einstufungsprozess in Spanisch, Französisch und Italienisch, wobei sich meine Kolleginnen Aleksandra und Viktoria um den größten Brocken gekümmert haben: die Englischeinstufungen in Kooperation mit dem British Council. Meine restliche Freizeit - das heißt, die Zeit, in der ich meine Kinder nicht betreuen musste - habe ich für Publikationen genutzt.
  • In wieweit unterstützen dich die FH und deine KollegInnen dabei?
    Sehr wichtig war in meinem Fall die affirmative Einstellung meiner Vorgesetzten zu meiner angestrebten Karenz, aber genauso bedeutend war die Empathie und Bereitschaft meiner KollegInnen, die Funktionen zu übernehmen, die ich delegieren musste.
  • Rein Organisatorisch betrachtet - wie organisierst du dich und euer Familienleben im Alltag?
    Wichtig war uns im Zusammenhang mit unserer Familienplanung die Entscheidung, die 14-Monate-Karenzvariante zu wählen. Qualität statt Quantität. Nicht nur war das die einzige Möglichkeit, uns beruflich und persönlich weiter zu entwickeln, sondern auch eine bewusste Wahl, den Kindern eine frühe Sozialisierung und Kontakt mit anderem Input anzubieten. Von 9:00 bis 14:00 Uhr (später bis 16:00 Uhr) sind die Kinder in einem top städtischen Kindergarten rundum versorgt. An zwei Nachmittagen freuen sich die Zwerge auf Oma und Tante. Zwei andere Nachmittage gehen ich oder mein Mann mit Ihnen zum Kinderturnen. Logistische Lücken zaubert unser spanisches Aupair-Mädchen aus dem Weg. Am Wochenende aber geben unsere Kinder den Rhythmus und die Freizeitgestaltung vor.