Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement BB
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Kulturmanagement III

Niveau der Lehrveranstaltung/des Moduls laut Lehrplan

1. Studienzyklus, Bachelor

Lernergebnisse der Lehrveranstaltung/des Moduls

In Kulturmanagement III werden die Ansätze, Potenziale und Wirkungsbereiche von Kulturvermittlung erläutert, die Studierenden können die unterschiedlichen Ansätze einordnen und an Beispielen erläutern. Sie erlangen die Fähigkeit kritischer Gegenüberstellung kulturvermittlerischer Ansätze und ihrer Wirkung auf Publika sowie ihrer Rückwirkung auf Kulturbetriebe. Sie können zwischen allgemeinen Marketinghandlungen und den besonderen Anforderungen im Kulturbetrieb unterscheiden sowie die kulturmanageriale Perspektive auf interkulturelle und soziale Beziehungen identifizieren. Sie wissen um die konzeptionelle Bedeutung von Kulturvermittlung und die Diskursstiftung von PR und können diese zum Einsatz bringen.

Voraussetzungen laut Lehrplan

keine Angabe

Lehrinhalte

Setzt Kulturfinanzierung bei der kulturellen Produktion und ihren aktuellen Herausforderungen an, so sind Verbreitung und Vermittlung jene zentralen Handlungsfelder im Kulturmanagement, denen im besonderen Maße kultursoziologische und diskursstiftende Ansprüche erwachsen. Seit den 1990er Jahren erfahren unterschiedliche Facetten von Kulturvermittlung sowie eine branchengerechte Gestaltung von Marketing erhöhte Aufmerksamkeit. Diese leitet sich aus mehreren Umständen ab:
- Vor der Dichte kultureller Angebote rückt die Aufmerksamkeitsökonomie in den Mittelpunkt, um Publika zu erreichen
- Veränderungen in der Demographie verändern Publika
- Technologische Entwicklungen verändern kulturelles Nutzerverhalten und Erleben
- Das von der UNESCO propagierte und in der Kulturpolitik im deutschsprachigen Raum formulierte Gebot der kulturellen Teilhabe und Vielfalt sind in ihrer Umsetzung erst in Entwicklung

Kulturvermittlung etabliert sich seit den 1980er Jahren in diversen Ausgestaltungen: Kulturpädagogik, kulturelle Bildung, Kunstvermittlung, Partizipation, interkulturelle Vermittlung, Kulturnutzung und Audience Development. Von der Anregung zu künstlerischer Betätigung für Laien im Sinne einer Persönlichkeitsentwicklung über Übersetzungsleistungen von künstlerischen Gütern bis zu strategischen Entwürfen, um Kunst und Kultur zu entgrenzen – durch besondere Konzepte, Öffnungszeiten, Orte – stellt Kulturvermittlung ein umfassendes kulturmanageriales Praxis- und Theoriefeld dar. Den kritischen typologischen Ansätzen von Carmen Mörsch folgend, spiegeln die unterschiedlichen kulturvermittlerischen Methoden und Ansätze der Kulturbetrieben enge und weite Möglichkeiten, um Kulturbetriebe durch Miteinbeziehung von Publika weiter zu entwickeln und institutionelle Wandlungsprozesse zu ermöglichen.

Kulturmarketing ist nach Birgit Mandel ein Teilaspekt von Kulturvermittlung. Diese Sichtweise unterstreicht die Bedeutung von PR- und Presse-Strategien für Kulturbetriebe, um a) dialogische Beziehungen mit Publika und Öffentlichkeit zu etablieren und b) im Sinne künstlerischer Anliegen Diskursstiftung zu ermöglichen. Kunst und Kultur verhandeln Emotionen, sind Kraftfelder von Werten und symbolischen Repräsentationen – und damit auch von Wertewandel und Neuanordnungen von Repräsentation. Darin liegen die Besonderheiten von Kulturmarketing, das sich zum einen klassische Marketingstrategien zu Nutze macht, zum anderen darüber hinaus reicht, um seinem Gegenstand gerechtet zu werden: Künstlerische Güter für kulturelle Prozesse fruchtbar zu machen und Zugänglichkeit bei Publika zu schaffen.

Die neue Bedeutung von Kulturtourismus, die seit den 1990er Jahren auch im Kulturmanagement eine tragende Rolle spielt, wird als Angebotsfeld interkultureller Begegnungen und darin auch als Kulturvermittlung berücksichtigt.

Aufbau und Schwerpunkte:
- Ausgewählte Ansätze von Kulturvermittlung, deren Bedeutung für Angebotskonzepte sowie die Weiterentwicklung von Kulturbetrieben, unter besonderer Berücksichtigung des angelsächsischen Audience Development
- Besonderheiten Kulturmarketing und Stellenwert von diskursstiftender Öffentlichkeitsarbeit (inkl. Social Media und klassischer Pressearbeit)
- Kulturtourismus aus kulturmanagerialer, wirkungsorientierter Perspektive
- Partizipation als Methode

empfohlene Fachliteratur

Ackermann, Felix (2013): Partizipative Erinnerungsräume. Dialogische Wissensbildung in Museen und Ausstellungen
Bamford, Anne (2006, dt. 2010): Der Wow-Faktor: eine weltweite Analyse der Qualität künstlerischer Bildung, Münster: Waxmann.
Besand, Anja (Hrsg.) (2012): Politik trifft Kunst. Zum Verhältnis von politischer und kultureller Bildung
Ehrmayer, Cornelia (2002): Kulturvermittlung und Partizipation. Bewertung von fünf Kulturvermittlungsprojekten unter dem Aspekt der Partizipation im Auftrag des Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Wien: BMUKK
Früchtl, Josef (2001): Ästhetik der Inszenierung. Dimensionen eines künstlerischen, kulturellen und gesellschaftlichen Phänomens. Suhrkamp.
Hofmann, Anna (2013): Kino erleben und begreifen: Filmanalyse mit Kindern und Jugendlichen. Facultas.
Hoffman, Hilmar (1979): Kultur für alle.
Kawashima, Nobuko (2000): Beyond the Division of Attenders vs. Non-attenders: a study into audience development in policy and practice, University of Warwick.
Klein, Naomi (2005): No Logo! Der Kampf der Global Players um Marktmacht – Ein Spiel mit wenigen Gewinnern und vielen Verlieren.
Mandel, Birgit (2005): Kulturvermittlung – zwischen kultureller Bildung und Kulturmarketing: Eine Profession mit Zukunft. Bielefeld, Transcript
Mandel, Birgit (Hrsg.) (2008): Audience Development, Kulturmanagement, Kulturelle Bildung. Konzeptionen und Handlungsfelder der Kulturvermittlung. Kopaed
Mandel, Birgit (20092): PR für Kunst und Kultur. Transcript.
Mandel, Birgit (2013): Interkulturelles Audience Development. Transcript
Mieke, Bal: Sagen, zeigen, Prahlen
Mörsch, Carmen (2009): Am Kreuzungspunkt von vier Diskursen, in: dies., Kunstvermittlung 2, Berlin/Zürich: diaphanes, S. 9-33.
Muttenthaler, Roswitha / Wonisch, Regina (2006): Gesten des Zeigens. Zur Repräsentation von Gender und Race in Ausstellungen. Transcript.
Gudrun Quenzel (2005): Konstruktionen von Europa. Die europäische Identität und die Kulturpolitik der Europäischen Union, Transcript
Reijndas, Stijn (2011): Places of the imagination: media, tourism, culture, Ashgate
Sandell R: Museums, Equality and Social Justice (2012) Taylor and Francis
Spiller, Ralf (2010): Kultur 2.0: Neue Web-Strategien für das Kulturmanagement im Zeitalter von Social Media.
Steinecke, Albrecht (2007): Kulturtourismus. Markstrukturen, Fallstudien, Perspektiven. Oldenburg Verlag.
Thiem, Marion (1994): Tourismus und kulturelle Identität. Die Bedeutung des Tourismus für die Kultur touristischer Ziel- und Quellgebiete. Bern und Hamburg 1994: Forschungsinstitut für Freizeit und Tourismus der Universität Bern
Wallnöfer, Elsbeth (2011): Geraubte Tradition: Warum die Nazis unsere Kultur verfälscht haben. St. Ulrich.

Bewertungsmethoden und -kriterien

LV-immanente Prüfungscharakter (Reflexionsarbeit)

Unterrichtssprache

Deutsch

Anzahl der zugewiesenen ECTS-Credits

4

geplante Lehr- und Lernmethoden

Integrierte Lehrveranstaltung, Case Studies, Diskussion, Gruppenarbeiten

Semester/Trimester, in dem die Lehrveranstaltung/das Modul angeboten wird

4

Semester-Wochen-Stunden (SWS)

2

Name des/der Vortragenden

Prof. (FH) Dr. Sibylle Moser

Studienjahr

2. Studienjahr

empfohlene optionale Programmeinheiten

keine Angabe

Kennzahl der Lehrveranstaltungen/des Moduls

bb.KUM.3

Art der Lehrveranstaltung/des Moduls

Pflichtfach

Art der Lehrveranstaltung

Präsenzveranstaltung

Praktikum/Praktika

keine Angabe