Die Gruppe vor dem modernen Bau „Metropol Parasol“ des deutschen Architekten Jürgen Mayer.
Die Gruppe vor dem modernen Bau „Metropol Parasol“ des deutschen Architekten Jürgen Mayer.

International Week in Sevilla

27.10.2015 |
Internationales
Sevilla im Herzen Andalusiens war im Oktober 2015 das Ziel der International Week des berufsbegleitenden Sport-, Kultur - &Veranstaltungsmanagement Studiengangs Jahrgang 2013

Ein vielfältiges Programm abseits touristischer Pfade ermöglichte tiefe Einblicke in die andalusische Kultur. Beeindruckt konnten die Studierenden erleben, dass ihre Erkenntnisse aus den vergangenen Semestern ihnen ein hohes Einstiegsniveau in die kulturell, gesellschaftliche Analyse ermöglicht.

Den Auftakt bildete eine alternative Stadtführung, in der die Auswirkungen von Gentrifizierungsmaßnahmen und der ökonomischen Krise erläutert wurden. Ebenfalls deutlich wurde das schwierige Verhältnis von Tradition und Zeitgenössischem am Beispiel der städtischen Architektur. Neben einem Flamenco-Abend und dem optionalen Besuch eines Stierkampfs zählten die Führung durch die erste Internationale Kunstmesse „artsevilla“, sowie ein Diskussionsabend zur Kulturpolitik der Stadt, zu den Höhepunkten: Der Galerist und Direktor von „artsevilla“, Fernando Rodriguez, führte die Studierenden persönlich durch die Ausstellung mit rund 70 AusstellerInnen aus Spanien und Lateinamerika und stand im Anschluss für Fragen zur Verfügung. Mag. Kohlhofer nützte die Gelegenheit, um Spezifika und Herausforderungen einer Messeorganisation am Schauplatz der „artsevilla“, dem Kongresscenter FIBES, zu veranschaulichen. Im soziokulturellen Zentrum Galeria Taberna, welches der Kufsteiner Auswanderer Peter Mair vor 30 Jahren gegründet hatte, fand eine Debatte mit Vertretern der städtischen Kulturpolitik, dem andalusischen Parlament, der Universität und einem Künstler statt. Hier zeigten sich ähnliche Themenfelder, wie sie die Kulturpolitik in Österreich beherrschen: Verteilungsumfragen zwischen Prestige- und alternativen Einrichtungen oder die Konzeptentwicklungen für Kulturprojekte zur sozialen Integration marginalisierter Bevölkerungsschichten. Mit der Besichtigung des mittelalterlichen Königspalasts Real Alcázar – dem „kleinen Alhambra“ in Sevilla – wurde schließlich auch eine Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe Andalusiens  und deren Vermittlung ermöglicht.

„Interkulturelles Verständnis zählt heute zu den Grundvoraussetzungen für die Arbeit in Sport- und Kulturbetrieben sowie für alle Arten von Events. Erst das direkte Erleben von intensiven Ausdrucksformen wie Flamenco, aber auch dem kontrovers diskutierten Stierkampf, eröffnet einen tiefergehenden Verständnisprozess in diesem Zusammenhang. Und schließlich ist auch das Erkennen von Ähnlichkeiten eine wichtige Erfahrung“, so FH Vize-Rektorin Prof. (FH) Dr. Verena Teissl, die gemeinsam mit Mag. Monika Kohlhofer die Studierenden begleitete. „Die International Week ermöglicht Erleben, Erfahren und Abgleichen mit dem Erlernten. Neben den Programmpunkten ist auch der intensive Austausch in der Gruppe zentral und unterstützt argumentatives Debattieren“, so Mag. Kohlhofer.