Praxisprojektgruppen des Bachelorstudiengangs Energiewirtschaft.18 der FH Kufstein Tirol überprüften die Potenziale erneuerbarer Energien.
Fotolia_vencav
Praxisprojektgruppen des Bachelorstudiengangs Energiewirtschaft.18 der FH Kufstein Tirol überprüften die Potenziale erneuerbarer Energien.

Projektgruppen des Bachelorstudiengangs Energiewirtschaft untersuchten die Potenziale erneuerbarer Energien

21.02.2020 |
Praxisprojekte
Im Studienjahrgang EWI.vzB.18 wurden am 04. und 05. Februar 2020 die Endpräsentationen der Praxisprojekte den AuftrageberInnen vorgestellt. Das Gebäude der FH Kufstein Tirol diente hierbei als Testanlage für eines der Praxisprojekte.

Ziel des Praxisprojektes im 3. Semester des Bachelorstudiengangs Energiewirtschaft ist es, dass sich die Studierenden eigenständiges Wissen aneignen sowie wissenschaftliche Untersuchungen mit Fach- und Nischenthemen vornehmen und die Ergebnisse in Form von wissenschaftlichen Arbeiten verschriftlichen und präsentieren.

Die Projektgruppen des Studienjahrgangs 2018 beschäftigten sich mit Ihren Aufträgen von Oktober 2019 bis Ende Januar 2020. Im Februar präsentierten beide Studierendengruppen ihre Endergebnisse den AuftrageberInnen.

Photovoltaikanlage: FH Kufstein Tirol als Testanlage für den Anlagenvergleich

Die Praxisprojektgruppe mit dem Auftraggeber Solarenergieförderverein Bayern e.V.

Im Zuge des Praxisprojektes untersuchte die Studierendengruppe unter Anleitung von Prof. (FH) Dr.-Ing. Wolfgang Woyke und Deniz Aksel, BA die Konzeption einer Photovoltaik(PV)-Anlage zum Vergleich gebäudeintegrierter vs. ertragsoptimierter Anlagen. Im Laufe der Ausarbeitung sollte ein Konzept entwickelt werden, wie erzeugungsoptimierte und typische Effekte bei gebäudeintegrierten PV-Anlagen nachgebildet und verglichen werden können. In einzelnen Projektabschnitten wurden Marktrecherchen zum Thema vorgenommen bevor im zweiten Teil eine Konzeptentwicklung für eine Testanlage und mehrere Simulationsberechnungen mit einem Online-Tool durchgeführt wurden.

Am Beispiel der FH Kufstein Tirol wurde ein Konzept für eine Testanlage der Form eines Kubus entwickelt und relevante Flächen zur möglichen Installation auf dem Gebäudedach der FH untersucht. Hierbei wurden die Mantelflächen der Testanlage in der Form eines Kubus mit PV-Modulen bestückt und alle vier Seiten der Anlage für die jeweilige Himmelsrichtung in Betracht gezogen, um gebäudeintegrierte PV-Anlagen zu simulieren. Hierdurch konnten die Ertragsstärken von PV-Modulen und die Einflussfaktoren aus der Umgebung erprobt werden. Zum Vergleich diente eine Simulation einer optimal ausgerichteten und aufgeständerten Aufdachanlage auf der oberen Fläche des Kubus. Das Praxisprojekt diente dazu, ein Bewusstsein für das wichtige Thema zu schaffen und sollte das hohe Potential der gebäudeintegrierten PV(BIPV) -Anlage zum Ausdruck bringen.

Wärmeversorgung: Potenziale zur Steigerung der Effizienz und Nachhaltigkeit

Die Studierendengruppe bei der Präsentation in der Marktgemeinde St. Johann in Tirol.

Im Auftrag der Marktgemeinde Sankt Johann in Tirol beurteilten die StudentInnen mit Begleitung Philip Egger, MA potentiellen Abwärmequellen der im Gemeindegebiet ansässigen Unternehmen und klassifizierten diese in Branchen. Dabei lag der Fokus nicht nur auf dem technischen Potential, sondern auch auf der Ausarbeitung eines Konzepts zur Kontaktaufnahme mit potentiellen Unternehmen. Der Projektablauf begann wie bei der Parallelgruppe mit einer Literaturrecherche, hierbei wurden typische Prozesse und Temperaturniveaus zu den einzelnen Branchen ermittelt. Im Ergebnis entstand ein Branchenkataster mit einigen sehr vielversprechenden Branchen bei denen die Studierenden ein Abwärmepotential vermuten.

Die Zwischenergebnisse wurden im Zuge der Präsentation vor dem Gemeinderat in St. Johann vorgestellt und darauf hingewiesen, dass in einem weiterführenden Praxisprojekt im kommenden Sommersemester die klassifizierten Unternehmen kontaktiert werden sollen um das Abwärmepotential näher zu spezifizieren. Im Ergebnis soll den Unternehmen das ökonomische und ökologische Potential der Nutzung, der in ihrem Betrieb anfallenden Abwärme aufgezeigt werden. In diesem Zusammenhang gibt es sowohl die Möglichkeit einer Einspeisung in das Fernwärmenetz der Ortswärme St. Johann, als auch eine innerbetriebliche Nutzung im jeweiligen Betrieb. Den StudentInnen war es wichtig, ein Zeichen zu setzen um mit allen beteiligten Akteuren gemeinsam das bestmöglichste Ergebnis erzielen zu können.