Von Ghana nach Tirol: Esthers unvergessliche Erfahrungen
- 18.02.2026
- International
Esther (zweite von rechts) mit ihren neuen Freundinnen aus den Niederlanden.
Welche Herausforderungen erwarten Studierende im Auslandssemester in Kufstein? Weit entfernt von ihrer Heimat lernte Esther Asare aus Ghana an der FH Kufstein Tirol neue Menschen und Lebensweisen kennen. Internationale Gemeinschaft, fremde Kultur und abwechslungsreiche Projekte – ihre Eindrücke hat sie mit uns geteilt.
Ein Auslandssemester an der FH Kufstein Tirol eröffnete für Esther Asare neue fachliche und persönliche Perspektiven. Sie ist Studentin der Sportwissenschaften an der University of Ghana und entschied sich mit Unterstützung von Erasmus+ die Tiroler Alpen zu entdecken. Von September 2025 bis Februar 2026 nahm sie am International Program mit dem Ziel teil, Sport und Management stärker miteinander zu verknüpfen.
Lernen in einem internationalen Umfeld
Die Entscheidung für den Studienstandort Kufstein traf Esther Asare ganz bewusst. Ausschlaggebend waren für sie das spezialisierte Angebot im Sport- und Eventmanagement und die internationale Atmosphäre am Campus. Ihr Ziel war klar: Sie wollte erleben, wie wirtschaftliche Strategien funktionieren – und wie sich dieses Wissen später für die Entwicklung des Sports in Ghana einsetzen lässt.
„Ich wollte die Lücke zwischen meiner Ausbildung im Bereich Physical Education und der wirtschaftlichen Seite des Sports schließen“, sagt Asare. „Besonders interessiert haben mich Lehrveranstaltungen wie Business Planning und Strategic Management.“
Der Studienalltag unterschied sich deutlich von ihrer Heimathochschule. Statt vor allem theoretischer Zugänge standen konkrete Anwendungen, reale Fallbeispiele und intensive Teamarbeit im Mittelpunkt. Ideen aus den Vorlesungen wurden unmittelbar in Projekte übersetzt und gemeinsam weiterentwickelt. Für Asare bedeutete das, Verantwortung zu übernehmen, Position zu beziehen und im internationalen Kontext Lösungen zu finden.
„Die Arbeit in multikulturellen Gruppen war unglaublich bereichernd und hat meine professionelle Kommunikation stark verbessert“, berichtet sie.
Der Austausch mit Studierenden aus vielen Teilen der Welt eröffnete ihr neue Sichtweisen – auf den Sport, auf Zusammenarbeit und auch auf sich selbst. Was in Ghana selbstverständlich war, erschien hier oft neu strukturiert, direkter und stärker organisiert. Genau dieser Perspektivenwechsel machte das Semester für sie besonders wertvoll.
Persönliches Wachstum fern der Heimat
Für Esther Asare begann der Studientag meist mit dem Weg durch Kufsteins Altstadt zum Campus am Park. Die Umgebung mit Blick auf die Tiroler Alpen blieb für sie etwas Besonderes. Im Laufe ihres Studienalltags folgten englischsprachige Lehrveranstaltungen, Projektarbeit und Abstimmungen mit ihrem internationalen Team. Die Pausen nutzte sie, um die Zeit mit ihren Freunden zu verbringen und dabei die kulturellen Unterschiede zu analysieren.
Die Entfernung zur Heimat stärkte ihre Selbstständigkeit und ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Vor allem die direkte Kommunikation, Pünktlichkeit und klare Strukturen unterschieden sich stark von ihrem gewohnten Umfeld in Ghana.
Auch im Alltag sammelte Esther Asare viele neue Erfahrungen. Im Vergleich zur lebendigen und offenen Gemeinschaftskultur in Ghana wirkte das soziale Miteinander in Tirol zunächst zurückhaltender. Andere Essgewohnheiten, ein ausgeprägtes Bewusstsein für Umwelt und Natur sowie eine klare, direkte Kommunikation stellten anfangs eine Umstellung dar. Mit der Zeit lernte sie jedoch, diese Besonderheiten zu schätzen und die Stabilität der Abläufe als wertvolle Orientierungshilfe zu sehen. Unterstützung erhielt sie vom International Relations Office, das sie vor und während des Semesters organisatorisch begleitete. „Mein größtes Learning war die interkulturelle Zusammenarbeit und mich in einem internationalen Umfeld sicher zu bewegen.“, sagt Asare.
In der International Student Residence fand sie schnell Anschluss und knüpfte wertvolle Kontakte. Rückblickend betrachtet haben die Monate in Kufstein ihre persönliche und akademische Entwicklung spürbar gefördert. Für künftige Studierende rät sie, sich frühzeitig um eine Unterkunft zu kümmern, sich auf den Winter einzustellen und Angebote wie das Connect Programm aktiv zu nutzen – sie selbst hat davon besonders profitiert.
Links:
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- Austauschstudierende | Website
Info Box
Das KA171 Erasmus+-Projekt zur internationalen Studierendenmobilität zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen europäischen Hochschulen und Partneruniversitäten weltweit zu stärken. Das Projekt ermöglicht Studierenden, im Ausland zu studieren, und vermittelt dabei wertvolles akademisches Wissen, berufliche Kompetenzen sowie interkulturelle Erfahrungen. Durch die Förderung internationaler Mobilität verbessert KA171 die Beschäftigungsfähigkeit der Studierenden, unterstützt den kulturellen Austausch und trägt zur Internationalisierung der Hochschulbildung bei. Insgesamt trägt das Projekt zum Aufbau langfristiger akademischer Partnerschaften bei und fördert ein global stärker vernetztes Lernumfeld.