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Zwischen Australien und Europa: Eine Gründerin mit Weltblick

  • 12.02.2026
  • News Studiengang
Schwarz-Weiß-Foto von Melina Münstermann, die vor einem Gebäude steht.
© FH Kufstein Tirol

Melina Münstermann: Kreativer Kopf, Gründerin von Mel Media, geprägt von internationalen Erfahrungen und Leidenschaft für Marken.

Was macht eine Marke authentisch und wie gelingt strategische Positionierung im internationalen Kontext? Melina Münstermann, Gründerin von Mel Media, spricht im Interview über Branding, Markenführung – und gibt Einblicke, wie sich Märkte in Europa und Australien unterscheiden.

Prof. Dr. Bert Neumeister von der FH Kufstein Tirol spricht im Interview mit Melina Münstermann, Gründerin der Kreativagentur Mel Media, über Branding, Positionierung und Markenführung. Diese Themen bilden den Kern seines Kurses Branding & Positioning im Bachelorstudiengang Marketing & Kommunikationsmanagement. Münstermann teilt dabei ihre Erfahrungen aus der australischen Kreativ- und Agenturbranche und gibt Einblicke in unterschiedliche Perspektiven auf Marken, Netzwerke und mutige unternehmerische Entscheidungen.

Du hast Mel Media in Australien gegründet, um Marken sichtbarer und stärker zu machen. Was bedeutet für dich heute eine authentische Marke?

Melina Münstermann: Für mich ist eine authentische Marke vor allem eines: echt. Sie erzählt eine Story, die nicht nur schön klingt, sondern auch etwas bedeutet. Eine authentische Marke verschmilzt mit den Bedürfnissen der Zielgruppe, verkörpert Werte und steht wirklich dazu – mit allen Höhen und Tiefen. Kein Drum herumreden, kein Schönreden. Es geht darum, greifbar zu sein, ehrlich zu kommunizieren und echte Geschichten zu teilen, die Menschen berühren und verbinden. Für mich ist eine authentische Marke vor allem eines: echt. Sie erzählt eine Geschichte, die nicht nur gut klingt, sondern wirklich etwas bedeutet. Sie verschmilzt mit den Bedürfnissen der Zielgruppe, verkörpert Werte und steht dazu – mit allen Höhen und Tiefen. Authentizität heißt, greifbar zu sein, ehrlich zu kommunizieren und echte Geschichten zu teilen, die Menschen berühren und verbinden.

In Zeiten der Digitalisierung: Wie wichtig sind emotionale Erlebnisse und persönlicher Kontakt, z. B. über Events, für erfolgreiche Marken?

Münstermann: Emotionale Erlebnisse sind heute genauso wichtig wie digitale Präsenz – sie gehen Hand in Hand. Nähe, Verbundenheit und eine echte Beziehung zur Marke lassen sich am besten über persönlichen Kontakt herstellen. Events sind dabei ein perfektes Mittel: man tauscht sich 1:1 aus, teilt Erfolge und auch Fehler, unterstützt sich gegenseitig und baut Vertrauen auf. In Australien sehe ich gerade, dass Kooperation und Zusammenhalt oft mehr zählen als Konkurrenzdenken. Es geht nicht nur darum, sich zu messen, sondern ein Netzwerk zu schaffen, das Marken und Menschen stärkt – und genau das macht Marken langfristig erfolgreich.

Als Gründerin triffst du strategische Entscheidungen für Marke und Team. Welche Herausforderungen waren am Anfang besonders groß, und wie hast du sie gemeistert?

Münstermann: Am Anfang ist alles nur eine Idee im Kopf, die riesig und unrealistisch wirkt. Die Zweifel überwiegen oft. Aber dann gibt es diese ein oder zwei Menschen, die an dich glauben, die dich vernetzen und unterstützen. Plötzlich wird aus der Idee ein Konzept, daraus ein Team, daraus ein Plan und daraus formt sich ein Unternehmen. Vertrauen und Support machen den entscheidenden Unterschied.

Gibt es Trends im Branding oder Event Marketing in Australien, die in Europa noch weniger verbreitet sind?

Münstermann: Ich bin noch relativ frisch auf dem europäischen Markt, aber mir ist aufgefallen, dass in Australien die Zusammenarbeit oft stärker im Fokus steht als die Konkurrenz. Marken tauschen Wissen, Ressourcen und Ideen aus, arbeiten locker zusammen; Networking ist hier selbstverständlich. Projekte werden geteilt und das gemeinsame Wachstum entsteht auf Augenhöhe. In Europa habe ich bisher beobachtet, dass viele Marken stärker auf sich selbst fokussiert sind und es schwieriger ist, das Miteinander zu vertiefen, die Offenheit, zu teilen und sich gegenseitig zu stärken, ist dort oft noch ausbaufähig.

Welche drei strategischen Tipps würdest du europäischen Marken geben, die in Australien aktiv werden möchten, um kulturelle Fettnäpfchen zu vermeiden?

Münstermann: 

  1. Sei authentisch, offen für Neues und scheue dich nicht, Hilfe oder Netzwerke anzunehmen. Verbindungen zu knüpfen lohnt sich, denn oft führen sie zu Möglichkeiten, die man vorher nicht gesehen hat.
  2. Verfolge ein größeres Ziel als nur dein eigenes, denn Kooperation und gemeinsame Visionen öffnen Türen.
  3. Sei bereit, Fehler zu machen. Authentizität entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch Ehrlichkeit und Lernbereitschaft.

Welche Erfahrungen oder Projekte haben dich persönlich und deine Sicht auf Markenführung am meisten geprägt?

Münstermann: Der Blick hinter die Kulissen hat mich oft überrascht: nicht immer ist alles so, wie es scheint. Das hat mir gezeigt, wohin ich mein Unternehmen führen will, was ich vermeiden möchte und welche Ressourcen wirklich wichtig sind. Jede Herausforderung hat mich gelehrt, Markenführung als Mischung aus Strategie, Menschlichkeit und Echtheit zu sehen – und genau diese Kombination ist es, die Marken nachhaltig stark macht.

Zur Person

Melina Münstermann ist Gründerin der Kreativagentur Mel Media und spezialisiert auf strategisches Branding, Design und Markenerlebnisse. Nach ihrem Studium im Bereich Medien- und Kommunikationsdesign in Dortmund zog sie 2019 nach Australien, wo sie an der Gold Coast ihre internationale Karriere startete. Dort entwickelte sie sich von der Freelancerin zur Art Director in führenden Werbe- und Modelagenturen und verantwortete umfangreiche Branding- und Kreativprojekte. 2022 gründete sie Mel Media mit der Vision, aus Ideen starke Marken zu formen, die Menschen bewegen, verbinden und langfristig Wirkung entfalten. Neben der konzeptionellen und visuellen Markenentwicklung sammelte sie Erfahrung in Fotografie, Eventplanung und Management, die bis heute ihre ganzheitliche Herangehensweise an Markenführung prägen. 2023 folgte die Gründung der Charity Change-Up, die kreative Makeover-Projekte für Menschen in herausfordernden Lebenssituationen umsetzt.

 

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