Klimaschutz um jeden Preis? Warum Kristina Schröder zweifelt
- 18.06.2026
- Eventrückblick
Die Keynote von Dr. Kristina Schröder stand unter dem Titel: Koste es, was es wolle? Warum Klimaschutz Effizienz braucht.
Klimaschutz ja – aber mit welchen Mitteln? Die ehemalige deutsche Bundesministerin Dr. Kristina Schröder sprach beim Management Forum an der FH Kufstein Tirol über Effizienz, Emissionshandel und die Grenzen symbolischer Klimapolitik.
Am 10. Juni 2026 stand beim Management Forum der FH Kufstein Tirol die Verbindung von Klimaschutz, wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und gesellschaftlicher Freiheit im Mittelpunkt. Mit Dr. Kristina Schröder konnte die FH Kufstein Tirol eine profilierte Expertin für gesellschafts- und wirtschaftspolitische Fragestellungen begrüßen. Die promovierte Soziologin und ehemalige deutsche Bundesministerin beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Auswirkungen politischer Entscheidungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und individuelle Freiheit. In ihrer Keynote beleuchtete sie die Bedeutung von Kosteneffizienz für eine erfolgreiche Klimapolitik und regte eine intensive Diskussion mit den Gästen an.
Klimaschutz braucht wirksame Instrumente
In ihrer Keynote Koste es, was es wolle? Warum Klimaschutz Effizienz braucht plädierte Dr. Kristina Schröder dafür, Klimaschutz stärker an seiner Wirksamkeit und Kosteneffizienz zu messen. Dabei stellte sie den Europäischen Emissionshandel als Beispiel für ein marktwirtschaftliches Instrument vor, das Emissionen dort reduziert, wo dies mit den geringsten Kosten möglich ist.
Anhand verschiedener Beispiele zeigte Schröder auf, dass die Kosten zur Vermeidung einer Tonne CO₂ je nach Maßnahme erheblich variieren können. Während der Emissionshandel einen europaweiten Preisrahmen vorgibt, verursachen einzelne Förderprogramme oder regulatorische Eingriffe teilweise deutlich höhere Kosten. Aus ihrer Sicht sollte Klimapolitik daher stärker darauf ausgerichtet sein, mit den verfügbaren Ressourcen die größtmögliche Wirkung zu erzielen.
Das Management Forum bot Raum für einen intensiven Austausch: Prof. (FH) Dr. Anna-Pia Edelmann und Dr. Kristina Schröder sprachen über wirksamen Klimaschutz, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftliche Freiheit.
„Klimaschutz muss sich nicht nur am Ziel messen lassen, sondern auch an der Frage, wie effizient dieses Ziel erreicht wird. Wer mit den gleichen Mitteln mehr Emissionen einsparen kann, stärkt zugleich die gesellschaftliche Akzeptanz von Klimaschutzmaßnahmen“, betonte Dr. Kristina Schröder.
Marktwirtschaftliche Ansätze im Fokus der Diskussion
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags lag auf der Rolle von Energiepolitik und Emissionshandel. Dr. Kristina Schröder argumentierte, dass marktwirtschaftliche Instrumente einen wichtigen Beitrag leisten können, um Klimaschutzziele effizient zu erreichen. Gleichzeitig sprach sie sich dafür aus, Klimapolitik stärker europäisch und global zu denken, um Emissionen dort zu reduzieren, wo dies mit den größten Effekten möglich ist.
Im Anschluss an die Keynote diskutierten die Teilnehmer:innen über die Herausforderungen der Energiewende, die Bedeutung technologischer Innovationen sowie die Frage, wie sich Klimaschutz, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und individuelle Freiheit miteinander vereinbaren lassen. Die Diskussion machte deutlich, dass langfristig tragfähige Lösungen sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte berücksichtigen müssen.
Mit dem Management Forum setzt die FH Kufstein Tirol ihre Tradition fort, aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Die Veranstaltung zeigte, dass die Frage nach einem wirksamen und zugleich wirtschaftlich tragfähigen Klimaschutz weiterhin zu den zentralen Zukunftsthemen Europas zählt.
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