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Von LCA zu LCSA: Rückblick auf die Ökobilanzwerkstatt 2025

  • 24.11.2025
  • News Studiengang
Personen stehen auf einer Treppe zusammen.
© Hochschule Pforzheim

Teilnehmende und Vortragende der 20. Ökobilanzwerkstatt an der Hochschule Pforzheim.

Ende September 2025 fand die von der TU Darmstadt koordinierte Ökobilanzwerkstatt an der Hochschule Pforzheim statt. Rund 40 Nachwuchsforscher:innen aus ganz Deutschland und Österreich kamen zusammen, um ihre aktuellen Forschungen und Entwicklungen im Bereich der Ökobilanzierung vorzustellen und zu diskutieren.

Seit nunmehr 20 Jahren treffen sich jährlich Nachwuchsforscher:innen aus dem Bereich der Ökobilanzierung, um sich über aktuelle Themen und Entwicklungen auszutauschen. Jedes Jahr steht die Veranstaltung unter einem neuen Schwerpunktthema und wird von einer anderen Hochschule ausgerichtet – heuer war das Thema: Von der Ökobilanz zum Life Cycle Sustainability Assessment!? Durch diesen Wechsel entsteht ein abwechslungsreiches Forum für Wissenstransfer, Vernetzung und wissenschaftlichen Austausch. Bereits 2016 nahm die an der FH Kufstein Tirol lehrende Prof. (FH) Dr. Miriam Lettner an der Ökobilanzwerkstatt Teil, zehn Jahre später eine ihrer Studentinnen, Franziska Boroviczény, MA.

Person steht vor einem Flipchart.
© FH Kufstein Tirol

Franziska Boroviczény, MA, während der Poster-Session. 

Zwei Tage im Zeichen von Nachhaltigkeit, Wissenstransfer und neuen Perspektiven

Eine Keynote, die Franziska besonders in Erinnerung blieb, war der Vortrag von Prof. Dr. Mario Schmidt, Mitgründer der LCA-Software Umberto und Lehrender an der HS Pforzheim. In seinem Beitrag beleuchtete er einen Aspekt, der in der Ökobilanzierung bislang häufig vernachlässigt wird: die Dimension der Zeit.

Während herkömmliche Lebenszyklusanalysen meist statisch angelegt sind und Umweltauswirkungen über die gesamte Lebensdauer eines Produkts hinweg gleichsetzen, plädierte der Referent dafür, zeitliche Dynamiken und Veränderungen stärker in den Blick zu nehmen. Die Keynote regte zu lebhaften Diskussionen an und machte deutlich, dass die Weiterentwicklung der Ökobilanzierung nicht nur in der methodischen Tiefe, sondern auch im Erweitern der Perspektive liegt – hin zu einer dynamischen, zukunftsorientierten Nachhaltigkeitsbewertung.

Forschung im Dialog: Vom BarCamp bis zur Poster-Session

Ein besonderes Highlight war das während der Ökobilanzwerkstatt abgehaltene BarCamp, das einen offenen Austausch zu aktuellen Fragestellungen rund um planetare Grenzen und Lebenszyklusanalysen ermöglichte. Dabei wurde intensiv diskutiert, wie sich globale Nachhaltigkeitsziele mit konkreten Bewertungsmethoden verknüpfen lassen und welche Verantwortung die Ökobilanzierung in diesem Transformationsprozess trägt.

Im Rahmen der Poster-Session präsentierten Teilnehmende ihre Forschungsprojekte – von neuen methodischen Ansätzen bis hin zu praxisnahen Anwendungen. Franziska stellte ihre Masterarbeit über Lithium-Ionen-Batterien und Circular Economy vor, die sich mit der komplexen Frage befasste, wie End-of-Life (EoL)-Szenarien in einer LCA realistisch abgebildet werden können. Während der anschließenden Diskussionsrunde ergaben sich spannende Gespräche darüber, inwieweit EoL-Szenarien überhaupt modellierbar sind und wo die methodischen Grenzen einer LCA liegen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Annahmen und Limitationen einer Ökobilanz kritisch zu reflektieren. 

Insgesamt waren die beiden Tage geprägt von intensiven Diskussionen und einem bereichernden Austausch über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und zukünftige Schwerpunkte im Bereich der Ökobilanzierung. Besonders wertvoll war dabei auch die Gelegenheit zur Vernetzung mit Forschenden aus unterschiedlichen Institutionen.

 

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