Menu

Tradition trifft Technologie: KI-App für Imker:innen entwickelt

  • 18.05.2026
  • News Studiengang
Imker:innen und Studierende feiern gemeinsam den Abschluss des Praxisprojekts
© FH Kufstein Tirol

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Martin Außerlechner, Maria Koller, Bernarda Keßler, Markus Aznaid, Bastian Ortner, Martin Stöger, Herbert Obermoser (v.l.n.r.).

Wenn Tradition auf Technologie trifft: Studierende der FH Kufstein Tirol haben gemeinsam mit dem Österreichischen Imkerbund ein KI-App-Konzept entwickelt, das Imker:innen per Spracheingabe bei der Dokumentation unterstützt und automatisch digitale Stockkarten erstellt.

Wenn in der Imkerei jede Beobachtung zählt, wird Dokumentation schnell zur Herausforderung. Genau hier setzte ein Projekt der FH Kufstein Tirol an: Von Ende Oktober 2025 bis Mitte Februar 2026 entwickelten Studierende des Masterstudiengangs Smart Product & AI-Driven Development gemeinsam mit dem Österreichischer Imkerbund ein KI-gestütztes App-Konzept, das den Arbeitsalltag von Imkerinnen und Imkern spürbar erleichtern soll. 

Im Mittelpunkt steht eine Idee, die ebenso einfach wie wirkungsvoll ist: Beobachtungen direkt per Spracheingabe festhalten, statt sie mühsam händisch zu notieren. Die App soll diese Eingaben automatisch strukturieren und daraus digitale Stockkarten generieren. Bei Stockkarten handelt es sich um zentrale Dokumentationsformen in der Imkerei. In ihnen werden alle relevanten Informationen zu einem Bienenvolk festgehalten– etwa zur Entwicklung, Gesundheit, Futterversorgung, durchgeführten Eingriffen oder Ernteergebnissen. Sie dient als laufendes Gedächtnis eines Bienenstocks und wird traditionell häufig handschriftlich geführt.

Zwischen Bienenstock und Datenlogik

Die Imkerei ist geprägt von vielfältigen, wetterabhängigen und zeitintensiven Abläufen. Gleichzeitig müssen zahlreiche Informationen nachvollziehbar dokumentiert werden – etwa für Pflegeentscheidungen, Förderprogramme oder betriebliche Analysen, häufig noch in analoger Form. Genau hier setzten die Studierenden an: Sie analysierten bestehende Prozesse, führten Gespräche mit Imker:innen aus Tirol und leiteten daraus konkrete Anforderungen für eine digitale Lösung ab.

Nutzer im Mittelpunkt des Designs

Der Entwicklungsprozess orientierte sich konsequent an den Bedürfnissen der späteren Nutzer:innen: Durch Gespräche mit Imker:innen, die Analyse konkreter Alltagssituationen und die schrittweise Weiterentwicklung ihrer Ideen erarbeiteten die Studierenden ein durchdachtes App-Konzept. So entstand ein realitätsnaher Prototyp mit benutzerfreundlicher Gestaltung, der nicht nur technologisch überzeugt, sondern vor allem einen praktischen Mehrwert für den Arbeitsalltag bietet.

„Die Einbindung der tatsächlichen Nutzer war für uns ein entscheidender Faktor“, betont Projektleiter Markus Aznaid. „Nur so können wir sicherstellen, dass die Lösung später in der Praxis wirklich Mehrwert bietet.“

Ein Konzept mit Perspektive

Am Ende des Projekts stand ein umfassendes Gesamtkonzept: ein konsistentes Designsystem, klar definierte KI-Funktionslogiken für die Spracheingabe sowie strukturierte Datenmodelle. Damit entstand eine solide Grundlage für mögliche Weiterentwicklungen und ein Beispiel dafür, wie an der FH Kufstein Tirol innovative Technologien aus konkreten Anwendungsfälle heraus entwickelt werden.

Das Projekt verbindet Technologie- und Designdenken mit traditionellen Lebenswelten und unterstreicht den praxisnahen Zugang in der Lehre sowie dessen gesellschaftliche Relevanz.

 

Links: