SMART CITIES ERLEBEN: STUDIERENDE GESTALTEN STÄDTE VON MORGEN
- 12.01.2026
- News Studiengang
Kreativer Start: Studierende bauen in Kleingruppen ihre Stadt als Grundlage für die Smart City Komponenten.
Wie können Städte trotz knapper Ressourcen und steigender Ansprüche lebenswerter werden? Ende November 2025 setzten Studierende des Masterstudiengangs Energie- & Nachhaltigkeitsmanagement an der FH Kufstein Tirol im Workshop Smart Cities & Kommunen direkt vor Ort an, um echte urbane Herausforderungen zu lösen.
Studierende des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Energie- & Nachhaltigkeitsmanagement setzten im Workshop Smart Cities & Kommunen gezielt an den Herausforderungen im urbanen Raum an, um durch konkrete Projekte die Lebensqualität zu verbessern und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Asc. Prof. (FH) Dipl.-Ing. Christian Huber, Studiengangsleiter, begleitete die Studierenden im November 2025, praxisnah durch den Workshop und unterstützte sie bei der Umsetzung ihrer Ideen.
Smart City wird dabei nicht als reines IT-Thema verstanden, sondern als projektbezogene Entwicklung von Städten und Gemeinden. Im Zentrum stehen viele unterschiedliche, oft lokal verankerte Vorhaben: nachhaltige Mobilität, Energie- und Ressourceneffizienz, Bürger:innenbeteiligung, Urban Gardening, Zwischennutzung oder neue Formen gemeinschaftlicher Nutzung. Digitale Werkzeuge können solche Projekte unterstützen, sind aber nicht automatisch der Ausgangspunkt. Entscheidend ist, dass konkrete lokale Probleme gelöst und Lebensqualität sowie Nachhaltigkeit spürbar verbessert werden.
Warm-up und kreativer Einstieg
Der Workshop begann mit einem lockeren Warm-up: Kleine, spielerische Aufgaben halfen den Studierenden, schnell eine offene Denkhaltung einzunehmen und sich auf ungewohnte Perspektiven einzulassen. Ziel war es, Ideen erst einmal wachsen zu lassen. Anschließend bauten sie in Kleingruppen Städte aus Holzbausteinen. Dabei wurden Wege, Plätze, Nutzungen und Konflikte sichtbar – fast wie in einem komprimierten Abbild des echten Stadtalltags.
Aus dieser Verbindung von Diskussion und kreativem Modellieren entstanden die Rahmenbedingungen für die Smart-City-Komponenten: Welche Bedürfnisse stehen im Vordergrund? Wo liegen zentrale Probleme? Welche Ressourcen und Grenzen prägen den Kontext? So wandelte sich der spielerische Zugang in einen gemeinsamen Denkraum, in dem städtische Herausforderungen greifbar wurden und der die Grundlage für die weiteren Ideen legte.
Personas als Ausgangspunkt: Bedürfnisse greifbar machen
Im nächsten Schritt arbeiteten die Studierenden mit Personas – fiktiven, aber realitätsnahen Nutzer:innenprofilen. Sie zeigen typische Lebenssituationen, Ziele, Bedürfnisse und Herausforderungen bestimmter Gruppen auf. Personas helfen dabei, die eigene Sichtweise zu verlassen und konsequent aus der Perspektive der Menschen zu denken, für die die Lösung später wirken soll. Dieser Perspektivenwechsel ist besonders in Smart-City-Projekten entscheidend: Nur wer echte Bedürfnisse versteht, kann Lösungen entwickeln, die im Alltag funktionieren und von Bürger:innen mitgetragen werden.
Painpoints der Persona werden kreativ mit LEGO Figuren dargestellt.
Modelle bauen, Lösungen entwickeln
Auf Basis der Personas modellierten die Studierenden Alltagssituationen und durchdachten Probleme räumlich. Dafür setzten sie auf kleine Modellfiguren, die schnelle und flexible Visualisierungen ermöglichten. So entstanden kleine Szenarien, in denen Hindernisse und Konflikte sofort sichtbar wurden. Anschließend entwickelten die Teams Smart-City-Komponenten, die genau diese Painpoints adressieren sollten. Ob die Lösungen digital oder analog umgesetzt wurden, spielte dabei eine untergeordnete Rolle – entscheidend war der konkrete Nutzen für den Alltag in Städten und Gemeinden. Christian Huber fasste den Kern der Einheit zusammen: „Mit Personas und einfachen Modellen gelangen wir sehr schnell zu dem Punkt, an dem klar wird, für wen wir eigentlich gestalten. Genau dort beginnt Smart City: bei realen Bedürfnissen und konkreten Problemen, nicht bei Technologien.“
Mit Personas und einfachen Modellen gelangen wir sehr schnell zu dem Punkt, an dem klar wird, für wen wir eigentlich gestalten. Genau dort beginnt Smart City: bei realen Bedürfnissen und konkreten Problemen, nicht bei Technologien.
Asc. Prof. (FH) Dipl.-Ing. Christian Huber
Studiengangsleiter
Kreativität und Theorie vereinen: Ideen mit Forschung untermauern
Nach der kreativen Entwicklungsphase schärften die Studierenden ihre Entwürfe weiter. Sie verknüpften ihre Ideen mit Forschungsergebnissen und Praxisbeispielen aus Smart-City-Projekten, um die Komponenten zu prüfen, zu vertiefen und in bestehende Ansätze einzuordnen. Auf diese Weise entstanden aus ersten Konzepten fundierte Ideen, die sowohl kreativ entwickelt als auch fachlich fundiert sind.