Menu

FH Kufstein Tirol zeigt, wie Sport Geflüchtete integriert

  • 02.10.2025
  • Forschung
Zwei Teilnehmerinnen der FH Kufstein Tirol stehen lächelnd vor einer Bühne mit EASM-Banner und Konferenzschild bei der EASM Conference 2025 in Budapest, Ungarn.
© FH Kufstein Tirol

Prof. (FH) Dr. Claudia Stura und Prof. (FH) Dr. Yvonne Unnold von der FH Kufstein Tirol vor dem Podium der 33. EASM-Konferenz 2025 in Budapest, wo sie ihre Studien zur Integration Geflüchteter durch Sport präsentierten.

Sportvereine können mehr als Freizeit bieten: Sie helfen geflüchteten Menschen, Netzwerke aufzubauen und Gemeinschaft zu erleben. Zwei Studien der FH Kufstein Tirol zeigen, wie Integration gelingt – die Ergebnisse wurden nun auf einer internationalen Konferenz präsentiert.

Wie können Sportvereine dazu beitragen, geflüchteten Menschen den Start in einem neuen Land zu erleichtern – und gleichzeitig neue Netzwerke entstehen lassen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Prof. (FH) Dr. Claudia Stura und Prof. (FH) Dr. Yvonne Unnold von der FH Kufstein Tirol. Ihre Forschung präsentierten sie Anfang September bei der 33. Konferenz der European Association for Sport Management (EASM) in Budapest, einer der wichtigsten Tagungen im internationalen Sportmanagement. Über 500 internationale Expert:innen diskutierten dort das Leitthema Sustainability in Sport Management.

Sport als Türöffner für soziale Kontakte

Die beiden Wissenschaftlerinnen untersuchten, wie Sportvereine als Plattformen für Begegnung und Austausch wirken können. Sport sei mehr als Freizeitgestaltung, betont Stura: „Er kann ein Türöffner sein – für Kontakte, Freundschaften und ein Gefühl der Zugehörigkeit.“

Im Mittelpunkt ihrer beiden Studien stand dabei die soziale Integration: also das Knüpfen von Beziehungen, der Aufbau von Netzwerken und das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Geflüchtete gestalten mit

Die Studien zeigen, dass Geflüchtete nicht nur als Teilnehmende gesehen werden sollten, sondern auch selbst aktiv Netzwerke aufbauen und sogar Führungsrollen im Verein übernehmen können. Damit widersprechen die Ergebnisse eher defizitorientierten Ansätzen in sportbasierten Integrationsprojekten, die oft nur die Unterstützungsbedürftigkeit von Geflüchteten betonen.

Er kann ein Türöffner sein – für Kontakte, Freundschaften und ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Prof. (FH) Dr. Claudia Stura

Stv. Studiengangsleiterin Bachelor & Master Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement, Sports, Culture & Event Management

Untersucht wurden die Erfahrungen von geflüchteten Jugendlichen und Erwachsenen in Tirol sowie die Sichtweisen von Vereinsvertreter:innen und Fachkräften aus sozialen Einrichtungen. Dabei zeigte sich: Vereine sind wichtige Orte für informelle Begegnungen, bringen aber auch Herausforderungen mit sich, wie beispielsweise Sprachbarrieren, oder den Bedarf, Eltern stärker einzubinden. Trainer:innen spielen eine entscheidende Rolle, weil sie als empathische Ansprechpersonen Brücken bauen können.

Praxisrelevante Erkenntnisse

Die Ergebnisse liefern wertvolle Impulse für Sportvereine, die ihre Strukturen weiterentwickeln möchten. Sie zeigen, dass Vereine nicht nur erste Kontakte ermöglichen, sondern auch langfristige Bindungen schaffen können.

Auf diesen Erkenntnissen baut das Forschungsteam auf: Stura befasst sich bereits seit Jahren mit sportbasierter Integration und veröffentlichte dazu jüngst einen Beitrag im Handbuch Bewegung und Sport in der Sozialen Arbeit sowie beispielsweise den Artikel What makes us strong – the role of sports clubs in facilitating integration of refugees im European Journal for Sport and Society.

Künftig sind weitere Studien geplant, um Vereinen noch konkretere Empfehlungen an die Hand zu geben, wie sie Integrationsprozesse gezielt fördern können.

Links: