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Viviens Weg in die IT: Vom BWL-Studium zum Master

  • 28.05.2026
  • Allgemein
Vivien Straub wagte den Quereinstieg und absolvierte einen berufsbegleitenden Master an der FH Kufstein Tirol
© privat

Vivien Straub wagte den Quereinstieg und absolvierte einen berufsbegleitenden Master an der FH Kufstein Tirol – heute arbeitet sie erfolgreich in der IT-Prüfung.

Vivien Straub zeigt, wie ein berufsbegleitender Master an der FH Kufstein Tirol den Quereinstieg ermöglicht – praxisnah, flexibel und nah am Job.

Wie gelingt der Quereinstieg in die IT – ohne technisches Vorstudium? Vivien Straub hat genau diesen Schritt gewagt. Die 24-jährige Münchnerin absolvierte berufsbegleitend den Masterstudiengang Web Engineering & IT Solutions an der FH Kufstein Tirol und arbeitete parallel in der IT-Beratung und IT-Prüfung. Im Interview spricht sie über ihren Weg in die IT, berufsbegleitendes Studieren und darüber, warum sich Kufstein für sie manchmal fast wie Kurzurlaub angefühlt hat.

Sie kommen ursprünglich aus der Betriebswirtschaftslehre. Warum der Wechsel in die IT?

Vivien Straub: Den Bachelor habe ich in BWL gemacht und zunächst in der IT-Beratung mit Schwerpunkt Finanzbuchhaltung gearbeitet. Dort habe ich gemerkt, dass mir die technischen Themen immer mehr Spaß machen. Vieles habe ich mir zunächst selbst im Job angeeignet, gleichzeitig wollte ich mir aber fundiertes Wissen aufbauen.

Der Zugang zu technischen Masterstudiengängen ist oft an ein entsprechendes Vorstudium geknüpft. Deshalb habe ich gezielt nach einem Studiengang gesucht, der mir diesen Quereinstieg ermöglicht und sich gleichzeitig gut mit dem Beruf vereinbaren lässt.

Warum fiel die Entscheidung auf die FH Kufstein Tirol?

Straub: Ich habe nach einem praxisorientierten Masterstudium mit technischem Schwerpunkt gesucht, das berufsbegleitend in vier Semestern absolviert werden kann und kein technisches Grundlagenstudium voraussetzt. Genau das habe ich an der FH Kufstein Tirol gefunden.

Wie gut ließ sich das Studium mit Ihrer beruflichen Tätigkeit verbinden?

Straub: Sehr gut. Ich habe während des Studiums in Teilzeit gearbeitet. Die Lehrveranstaltungen fanden freitags und samstags statt, teilweise auch remote. Dadurch ließ sich das gut organisieren.

Besonders wichtig war dabei auch die Unterstützung im beruflichen Umfeld. Sowohl Kolleg:innen als auch Vorgesetzte haben viel Verständnis dafür gezeigt, dass ich durch das Studium zeitlich eingeschränkt war.

Welche Vorteile sehen Sie generell darin, Beruf und Studium parallel zu verbinden?

Straub: Man bleibt im Arbeitsalltag und kann das Gelernte direkt praktisch anwenden. Gleichzeitig übernimmt man in einer Festanstellung Verantwortung und wächst beruflich stärker hinein als etwa in klassischen Praktika. Der berufsbegleitende Master verbindet für mich genau diese beiden Welten sehr gut - viele Inhalte konnte ich direkt anwenden.

Welche Inhalte aus dem Studium sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Straub: Viele Module waren sehr praxisnah aufgebaut. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein IoT-Modul, in dem wir mit Sensoren, Steckkästen und Microcontrollern gearbeitet haben. Obwohl das nicht direkt mit meinem Berufsalltag zu tun hatte, hat dieser praktische Ansatz sehr viel Spaß gemacht.

Auch das Augmented-Reality-Modul war spannend, weil wir mit aktueller Technik arbeiten und eigene Anwendungen entwickeln konnten.

Wo konnten Sie Inhalte direkt im Job anwenden?

Straub: Technische Grundlagen wie Datenbanken oder Programmierung konnte ich direkt in meiner Tätigkeit einsetzen. Auch Inhalte aus dem Requirements Engineering haben mir geholfen, Anforderungen strukturierter aufzunehmen und besser zu dokumentieren. Selbst in der IT-Prüfung war das technische Verständnis wichtig, weil viele Ansprechpartner auf Kundenseite sehr technisch unterwegs sind. Themen wie Scrum oder User Stories waren dadurch keine Fremdwörter mehr.

Welche Rolle spielt für Sie das Thema Frauen in technischen Berufen?

Straub: Eine sehr wichtige. Ich komme selbst nicht aus einem klassischen technischen Studium und kann deshalb gut nachvollziehen, dass viele Frauen technische Bereiche oft gar nicht als realistische Option wahrnehmen. Dabei habe ich selbst erlebt, dass technisches Interesse und Kompetenz nicht zwingend an einen bestimmten Studienhintergrund gebunden sind. Vieles kann man sich aneignen, wenn man die Möglichkeit dazu bekommt.

Gleichzeitig habe ich im Berufsalltag auch erlebt, dass Frauen ihre fachliche Kompetenz oft stärker beweisen müssen. Umso wichtiger sind sichtbare Vorbilder, Förderung und ein unterstützendes Umfeld - Kufstein hat sich nie nur nach Stress angefühlt.

Was ist Ihnen persönlich besonders in Erinnerung geblieben?

Straub: Definitiv die Atmosphäre in Kufstein selbst. Obwohl das Studium durchaus anspruchsvoll war, hat es sich für mich nie nur nach Stress angefühlt. Jedes Mal, wenn ich angekommen bin, hatte ich eher das Gefühl von Urlaub und Entspannung. Die Lage zwischen Bergen und Inn und die persönliche Atmosphäre an der FH haben dabei sicher eine große Rolle gespielt.

Würden Sie das Studium weiterempfehlen?

Straub: Ja, auf jeden Fall. Vor allem die Kombination aus Praxisnähe, Flexibilität und persönlicher Betreuung hat für mich sehr gut funktioniert. Gerade für Quereinsteiger:innen bietet der Studiengang eine sehr gute Möglichkeit, sich technisch weiterzuentwickeln und Theorie direkt mit der Praxis zu verbinden.

 

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