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So vielfältig ist Weihnachten rund um den Globus

  • 24.12.2025
  • Allgemein
Fünf Frauen liegen vor einem Weihnachtsbaum und symbolisieren internationale Weihnachtstraditionen.
© AdobeStock.DashaPetrenko

Studierende und Mitarbeiter:innen der FH Kufstein Tirol teilen ihre Geschichten rund um Weihnachten – von kulinarischen Bräuchen bis zu Familienritualen.

Von der Christmas Sauna in Estland über sommerliche Weihnachten in Chile bis zur Piñata in Mexiko: Internationale Studierende und Mitarbeiter:innen der FH Kufstein Tirol teilen ihre persönlichen Weihnachtstraditionen – und zeigen, wie vielfältig das Fest weltweit gefeiert wird.

Auch heuer haben internationale Studierende und Mitarbeiter:innen der FH Kufstein Tirol ihre ganz persönlichen Einblicke in die Festtraditionen ihrer Heimat mit uns geteilt. Ob außergewöhnliche Köstlichkeiten, regionale Weihnachtsfiguren oder liebevoll gepflegte Familienrituale – ihre Geschichten machen sichtbar, wie facettenreich Weihnachten weltweit ist.

Estland: Weihnachtsopa & Glögi

Kadri, Mitarbeiterin der FH Kufstein Tirol, und der Austauschstudent Valtteri berichten, dass Jõulud, das estnische Weihnachtsfest, zu den wichtigsten Traditionen des Jahres zählt. Einer der schönsten Bräuche findet bereits am Nachmittag des 24. Dezember statt: Familien gehen gemeinsam in die Christmas Sauna, um das Fest sauber, entspannt und symbolisch erneuert zu beginnen.

Am Abend besucht Jõuluvana, der estnische Weihnachtsopa, die Familien. Bevor es Geschenke gibt, müssen alle – Jung und Alt – etwas vortragen: ein Lied, einen Witz, ein Gedicht oder sogar einen kleinen Tanz.

Die Hauptstadt Tallinn beeindruckt zur Weihnachtszeit mit ihrem berühmten Weihnachtsmarkt und einem der ältesten Weihnachtsbäume Europas, der dort bereits seit 1441 aufgestellt wird. In der verschneiten mittelalterlichen Altstadt genießen die Menschen Glögi, Lebkuchen und eine Atmosphäre, die gleichzeitig gemütlich und märchenhaft wirkt.

Argentinien: Festessen nach Mitternacht

Die Austauschstudierende Martina erzählt, dass in Argentinien die Noche Buena am 24. Dezember im Mittelpunkt steht. Familie und Freund:innen kommen zu einem langen Abendessen zusammen – und manche beginnen erst nach Mitternacht zu essen, wenn offiziell Weihnachten ist.

Collage: Links ein festlich geschmückter Raum in Argentinien, rechts ein traditionelles Weihnachtsessen.
© privat/Bildcollage re

Punkt Mitternacht stößt man gemeinsam an, wünscht sich Feliz Navidad und oft werden auch gleich die Geschenke geöffnet – je nach Familie aber manchmal auch erst am Morgen des 25. Dezember. Wer sie bringt, ist ebenfalls traditionsabhängig: Manche Familien sprechen vom Christkind (El Niño Dios), andere von Santa Claus.

Auf den Tisch kommen typisch argentinische Weihnachtsspeisen wie Vitel Toné, Barbecue, gefüllte Eier oder Empanadas, gefolgt von süßen Klassikern wie Panettone, Eis oder karamellisierten Nüssen.
Ein Fest voller Wärme, Genuss und schöner gemeinsamer Momente.

Chile: Cola de Mono & Sommerhitze

Weihnachten in Chile ist sommerlich, süß und wunderbar familienorientiert. Der chilenische Weihnachtsmann Viejo Pascuero bringt die Geschenke, die traditionell gleich nach Mitternacht geöffnet werden. Gegessen wird zwischen 22 Uhr und Mitternacht – natürlich mit Cola de Mono, dem beliebten weihnachtlichen Süßgetränk, und Pan de Pascua, dem klassischen chilenischen Weihnachtskuchen.

Der Austauschstudent Sebastián erzählt, wie sehr er die Tradition liebte, kurz vor Mitternacht mit den Eltern hinauszugehen, um den Weihnachtsmann am Himmel zu suchen. Für ihn war das immer ein besonders magischer Moment – und gleichzeitig eine charmante Art für die Erwachsenen, heimlich die Geschenke unter den Baum zu legen.

Und obwohl in Chile Hochsommer ist, verbreiten bunt geschmückte Häuser, Plätze und Straßen echte Weihnachtsstimmung.

Irland: Truthahn, Fußball & ein Sprung ins kalte Wasser

In Irland wird wie in den meisten englischsprachigen Ländern Weihnachten am 25. Dezember gefeiert. FH-Mitarbeiter Steve berichtet, wie seine Mutter früher schon ab 8 Uhr morgens in der Küche stand, um den Truthahn, einen riesigen Schinken und die Mince Pies vorzubereiten. Der Christmas Pudding wurde sogar schon im Oktober gemacht. Etwa einmal pro Woche goss dann jemand etwas Brandy darüber – man kann sich also vorstellen, wie kräftig er am Ende war.

Am 26. Dezember ist Boxing Day – neben einem wichtigen Tag im Fußballkalender machen viele Familien einen Spaziergang, bevor sie mit Verwandten und Freund:innen weiterfeiern.

Ein besonders charmanter Brauch im Südwesten Irlands sowie in den Grafschaften Cork und Kerry ist das Nollaig na mBan am 6. Januar – der Frauenweihnachtstag, an dem Männer den Haushalt übernehmen, während die Frauen feiern und entspannen.

Und wer mutig ist, nimmt am Christmas Swim teil – einem Sprung ins eiskalte Meer, der für viele Iren am Neujahrstag einfach dazugehört.

Mexiko: Von der Herbergssuche zur Piñata

In Mexiko gehört die Posada am 24. Dezember fest zum Weihnachtsabend, erzählt die Austauschstudierende Sofia. Posada bedeutet Herberge, und beim traditionellen asking for posada wird symbolisch nach Unterkunft gefragt – ganz wie Maria und Josef es taten.

Nach dem Weihnachtsessen beginnt das Ritual: Die Gäste teilen sich in zwei Gruppen. Einige stehen mit Kerzen draußen und singen den Part von Maria und Josef, während die andere Gruppe im Haus die Rolle des Wirts übernimmt. Erst wenn die Bitte um Herberge erhört wird, ist die Posada vollständig.

 

Weihnachtliche Piñata in Mexiko, dekorativ aufgehängt für traditionelle Feierlichkeiten.
© privat

Danach folgt der fröhlichste Teil des Abends: das Zerschlagen der Piñata. Sie hat sieben Zacken und symbolisiert die sieben Todsünden. Viele Familien haben sogar zwei Piñatas – eine für die Kinder und eine für die Erwachsenen –, damit alle Spaß haben. Ein warmherziger Brauch, der Musik, Gemeinschaft und echte Weihnachtsfreude vereint.

USA: A Christmas Story

In den USA beginnt die Weihnachtszeit offiziell nach Thanksgiving – und spätestens am Black Friday startet der große Geschenketrubel. Ab dann verwandeln sich ganze Straßen in funkelnde Lichtermeere: dekorierte Häuser, riesige aufblasbare Santas und festliche Weihnachtsbäume wohin man schaut.

Kinder hängen ihre Stockings über den Kamin, stellen Cookies und Milch für Santa bereit und werden täglich vom Elf on the Shelf beobachtet. Viele Städte feiern außerdem beeindruckende Weihnachtsparaden – allen voran die berühmte Macy’s Thanksgiving Day Parade in New York.

Palmen in Südflorida festlich mit Weihnachtsbeleuchtung dekoriert.
© privat

Eine besonders charmante Tradition hat sich eher zufällig entwickelt: Vor rund 25 Jahren beschloss der Fernsehsender TBS, seinem gesamten Team am Weihnachtstag frei zu geben. Statt den Sender herunterzufahren, entschied man sich, den – etwas kitschigen, aber heiß geliebten – Film A Christmas Story 24 Stunden lang in Dauerschleife auszustrahlen. Genau das wurde zum Kult: Viele Familien schalten jedes Jahr ein und lassen den Film den ganzen Tag über im Hintergrund laufen.

Und weil die USA riesig sind, sieht Weihnachten nicht überall gleich aus: Während im Norden Schnee fällt, feiern viele Familien – wie bei Mitarbeiter Mark – im tropischen Südflorida unter Palmen.

Bulgarien: Badni Vecher – ein Abend voller Symbolik

Badni Vecher (Heiligabend) ist einer der wichtigsten Familienabende in Bulgarien und wird traditionell im engsten Kreis gefeiert, erzählt der Austauschstudent Vladislav. An diesem Abend stehen ausschließlich fleischlose Gerichte auf dem Tisch. Typisch sind gefüllte Paprika mit Bohnen, Sarmi (mit Reis gefüllte Wein- oder Kohlblätter) sowie süße Speisen wie Tikvenik oder Apfelstrudel.

Die Tradition, sieben, neun oder elf fleischlose Gerichte zu servieren, ist tief verwurzelt und wird in vielen Familien sehr streng eingehalten. Bevor das Essen beginnt, versammelt sich die Familie um den Tisch, und das älteste Familienmitglied spricht ein Gebet.

Ein zentrales Element des Abends ist das rituelle Brot Pitka. In das Brot werden symbolische Gegenstände eingebacken, etwa eine Münze für Glück und Wohlstand, eine Bohne für Fruchtbarkeit oder ein Zweig für Gesundheit und langes Leben. Der gefundene Gegenstand soll das kommende Jahr begleiten.

Traditionelles bulgarisches Weihnachtsessen mit verschiedenen Fleisch- und vegetarischen Gerichten.
© privat

Nach dem Abendessen wird der Tisch nicht abgeräumt. Die Speisen bleiben über Nacht stehen – für die Seelen der verstorbenen Angehörigen und als Zeichen für Glück, Fülle und Fruchtbarkeit im kommenden Jahr. 

Am ersten Weihnachtstag wird traditionell Banitsa mit Glückszetteln gegessen. Diese Vorhersagen für das neue Jahr sind oft humorvoll, zum Beispiel:

– „Ein neues Haustier (Katze)“
– „Zeit, Verantwortung zu übernehmen“
– „Du wirst die Familie zu einer Hochzeit versammeln“

Egal wie und wo Weihnachten gefeiert wird – die vielen Traditionen auf der ganzen Welt verbinden Menschen über Kulturen und Grenzen hinweg. Die FH Kufstein Tirol wünscht allen Studierenden, Mitarbeiter:innen, Partner:innen sowie allen Leser:innen frohe, erholsame und besinnliche Feiertage.

Häid jõule! ¡Feliz Navidad! Nollaig Shona Daoibh!
Merry Christmas! Весела Коледа! 

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