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Automatisierung praxisnah erforschen

  • 27.10.2025
  • Forschung
Markus Ehrlenbacher erklärt Studierenden ein Steuergerät im Automation Lab der FH Kufstein. Die Gruppe verfolgt interessiert die Demonstration.
© FH Kufstein Tirol

Laborleiter Markus Ehrlenbach, MSc demonstriert Studierenden die Funktionsweise eines Automatisierungssystems im Automation Lab der FH Kufstein Tirol.

Das Automation Lab der FH Kufstein Tirol bietet Studierenden sowie Forschungspartnern eine technisch hochgerüstete Plattform zur Erprobung und Entwicklung von Automatisierungs- und Industrie-4.0-Anwendungen. Hier trifft Theorie auf realitätsnahe Praxis.

Das Automation Lab bildet das Rückgrat der automationsbezogenen Lehre und Forschung an der FH Kufstein Tirol. Es verfolgt das Ziel, theoretisch erlernte Konzepte wie Sensorik, Aktorik, Regelungstechnik und Digitalisierung direkt in realen Systemen umzusetzen. Laborleiter Markus Ehrlenbach, MSc betont: „Die praxisorientierte Ausstattung ermöglicht es den Studierenden, ihr theoretisches Wissen direkt anzuwenden und ihre Fähigkeiten in einem realistischen Umfeld zu entwickeln.“ Damit fungiert das Lab als Schnittstelle zwischen Hochschule und Wirtschaft.

Ausstattung und Technologien

Die technische Infrastruktur des Automation Labs ist umfangreich. Die Basis bilden ESD-Arbeitsplätzen, Lötstationen, Steckboards und Komponenten für elektrotechnische Schaltungen, ergänzt um Messgeräte wie Multimeter, Oszilloskope, Logikanalysatoren, Energiemesskoffer und Sensorik-Equipment. Ein zentrales Element ist die Festo-Lernfabrik, eine automatisierte Fertigungsstraße mit elektropneumatischen Modulen und Siemens-Steuerungen. Nach Simulationen am digitalen Zwilling mit CIROS können Studierende Änderungen direkt am realen System ausprobieren. 

Weiterhin stehen Industrieroboter (Mitsubishi, Universal Robots, FANUC) sowie ein humanoider Roboter (NAO von SoftBank) zur Verfügung, um unterschiedliche Robotik-Szenarien zu realisieren. 

Ehrlenbach unterstreicht die Rolle dieser Vielfalt: „Wir bereiten Studierende auf die fortschreitende Digitalisierung der Produktion vor, indem sie Hardware und relevante Softwareprodukte kennenlernen.“ 

Automatisierte Fertigungsstraße mit Festo-Systemen im Labor der FH Kufstein Tirol.
© FH Kufstein Tirol

Die Festo Lernfabrik, eine automatisierte Fertigungsstraße.

Forschungsschwerpunkte und Kooperationen

Im Zentrum der Forschung im Automation Lab stehen Themen wie das Industrial Internet of Things (IIoT), vernetzte Fertigung (Smart Factories) und die Integration von Augmented Reality in Produktionsprozesse. Die Hochschule arbeitet eng mit Unternehmen zusammen, die das Lab als Testumgebung nutzen, Prototypen evaluieren oder neuartige Automatisierungslösungen gemeinsam entwickeln.

Durch die Einbettung in Studiengänge wie Wirtschaftsingenieurwesen und Smart Products & AI-driven Development fördert das Lab interdisziplinäre Projekte und ermöglicht Studierenden, an realen Industrievorhaben mitzuwirken.

Nutzen für Studierende und Praxisrelevanz

Für Studierende bietet das Automation Lab die Gelegenheit, theoriegelehrte Inhalte unmittelbar praktisch umzusetzen – von elektronischen Schaltungen über Steuerungsprogrammierung bis zur Analyse von Produktionsprozessen. Der Umgang mit realen Systemen erhöht die berufliche Qualifikation und reduziert die Hemmschwelle beim Einstieg in industrielle Umgebungen.

Unternehmen profitieren durch direkten Zugang zu Laborinfrastruktur, maßgeschneiderte Forschungspartner und frühzeitige Vernetzung mit akademischem Nachwuchs – was Innovation und Transfer verstärkt.

Nahaufnahme einer Lötstation, an der elektronische Bauteile auf eine Platine gelötet werden.
© FH Kufstein Tirol

ESD Arbeitsplatz mit integrierter Lötstation.

Ausblick

In den kommenden Jahren wird das Automation Lab seine Kapazitäten weiter ausbauen. Geplant ist eine stärkere Einbindung von KI-Methoden in Automatisierungsprozesse, erhöhte Forschungskooperationen mit der Industrie und eine Ausweitung des Angebots für praxisnahe Workshops. Unter der Leitung von Markus Ehrlenbach wird das Labor seine Rolle als bedeutende Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft weiter festigen und die Innovationskraft in der Region stärken.

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