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EMY-Workshops: Wege zum Dialog mit Generation Z

  • 13.05.2026
  • Forschung
Prof.in (FH) Dr.in Verena Teissl begrüßt die Teilnehmenden zu den EMY Workshops Museen und die Generation Z
© Anna Battistella (EMY Projekt)

Prof. (FH) Dr. Verena Teissl begrüßt die Teilnehmenden zu den EMY Workshops: Museen und die Generation Z.

Mitte April 2026 nahmen Fach und Führungskräfte aus dem Kulturbereich an Workshops teil, um Strategien für den Dialog von Museen mit der Generation Z kennenzulernen: drei Module, fundierte Analysen, praxisnahe Kommunikation und Beteiligungsformate. Mit Ausblick auf eine Cross Border Learning Experience in Italien.

Mitte April 2026 setzten die Partner:innen des Interreg Italien-Österreich-Projekt EMY in Innsbruck drei thematische Workshop‑Module um, die Führungskräften und Fachpersonen aus dem Kultur‑ und Museumsbereich – darunter Museumspädagogik, Museumsleitung, Marketing und Kommunikation, sowie Unternehmen mit Kooperationsinteresse - ermöglichen, Strategien für den Umgang mit der Generation Z zu entwickeln.

 

Frühe Begegnungen mit Kultureinrichtungen öffnen Zugänge, wecken Interesse und bauen Berührungsängste ab. EMY trägt dazu bei, indem untersucht wird, [...] welche Bedürfnisse sie haben.

Johanna Böhm

Ziel war es, die Bedürfnisse junger Zielgruppen präziser zu verstehen und bestehende Angebote darauf abgestimmt weiterzuentwickeln. Im Fokus stand die Auseinandersetzung mit den Interessen der Generation Z und deren Übersetzung in die museale Praxis.„Die Auseinandersetzung mit jungen Zielgruppen ist für die Museumsarbeit zentral“, betont Johanna Böhm (Museumservice, Abteilung Kultur, Land Tirol). „Frühe Begegnungen mit Kultureinrichtungen öffnen Zugänge, wecken Interesse und bauen Berührungsängste ab. EMY trägt dazu bei, indem untersucht wird, wer die jungen Besucherinnen und Besucher sind und welche Bedürfnisse sie haben. Dass die Ergebnisse in die Museumscommunity zurückfließen, stärkt den fachlichen Austausch.“

Die Veranstaltungen, die in ähnlicher Form in den Projektpartnergemeinden Maniago (Friaul-Julisch Venetien) sowie Montebelluna (Venetien) stattfanden, wurden von der Ca’ Foscari Universität Venedig koordiniert und in Tirol in Kooperation mit der FH Kufstein Tirol umgesetzt. Insgesamt nahmen an den Workshop Modulen in Italien und Tirol rund 80 Fachpersonen teil.

Workshops zum strategischen Aufbau

Vom Verstehen zur Umsetzung: Die Workshops verknüpften die Analyse junger Lebenswelten mit handhabbaren Kommunikationsstrategien und Beteiligungsmodellen. Auf dieser Basis prüften die Teilnehmenden Routinen, entwickelten jugendgerechte Ansätze und definierten Beteiligungsformate mit echter Verantwortung für Jugendliche.

  • Das erste Modul wurde von Mariangela Padovani geleitet. Die psychodynamisch orientierte Psychologin verfügt über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen und widmete sich dem Generationenbegriff, um ein fundiertes Verständnis der Generation Z und ihrer Verhaltensweisen zu gewinnen. Auf psychologisch soziologischer Basis wurden die Werte, Bedürfnisse sowie Bildungs- und Kulturinteressen der Jahrgänge 1995–2010 analysiert.
  • Das zweite Modul verantwortete Museums Influencerin Ottavia Cerra. In einem offenen Diskussionsformat standen Kommunikationsstrategien, Tonalität und die Wahl passender Plattformen im Mittelpunkt – mit dem Ziel, Museen den Dialog mit jungen Menschen zu erleichtern.
  • Im abschließenden dritten Modul fokussierte sich Fabrizio Panozzo (Professor für Kulturpolitik an der Università Ca’ Foscari Venedig) auf den öffentlichen Auftrag von Museen sowie Strategien zur erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Kultur und Wirtschaft. Anhand zweier Case Studies wurden Beteiligungsformate und Räume für Jugendliche in Museen und Kultureinrichtungen diskutiert.

Nach eineinhalb Workshop‑Tagen zeigten sich die Teilnehmenden begeistert: „Die Workshops eröffneten transnationale Perspektiven auf die Generation Z als Museumsbesucher:innen – insbesondere hinsichtlich ihrer Beweggründe, Wünsche und Mediennutzung – und förderten zugleich den Austausch mit Fachkolleg:innen aus Museen sowie Kunst‑ und Kulturmanagement“, so Laura Kogler, Kulturvermittlerin der Ötztaler Museen.

Auch Katharina Walter, Leitung Kulturvermittlung der Tiroler Landesmuseen, zeigte sich begeistert: „Vielen Dank für die Workshops! Besonders wertvoll fand ich die Einblicke in die Denkweise, Erwartungen und Kommunikationsstile der Gen Z. Sie sind neue Denkanstöße für unsere Arbeit im Museum.“

 „Die Workshopmodule haben spannende Perspektiven eröffnet, u.a. auf das noch wenig genutzte Potential der Content Creators“, sagt Verena Teissl, Professorin (FH) für Kulturmanagement & Kulturwissenschaften. „Die Teilnehmenden nehmen konkrete Anhaltspunkte mit: authentische Kommunikation, feste Zuständigkeiten und Orte, an denen junge Menschen wirklich mitreden und mitgestalten können.“ Verena Teissl wird zudem das vierte Workshop Modul zu Kulturtourismus leiten, das im Herbst stattfindet.

Nächster Meilenstein Anfang September 

Anfang September 2026 steht die Cross Border Learning Experience an. Die einwöchige Lern‑ und Begegnungsreise richtet sich an Schüler:innen in Italien und setzt drei Schwerpunkte: kreative Aktivitäten in und außerhalb von Museen, die aktive Einbindung junger Menschen sowie das Verständnis von Museen als Knotenpunkte regionaler und sozialer Geschichte.

EMY eröffnet im Rahmen dieser Museumsreise zudem eine Mitreisemöglichkeit für Forschende und Praktiker:innen, die sich mit zeitgemäßer Kulturvermittlung für die Generation Z befassen. Die Woche bietet Einblicke in die Arbeit mit Jugendlichen und Raum, die eigene Praxis oder Forschung durch teilnehmende Beobachtung zu vertiefen.

Bei Interesse kann die Bewerbung inklusive CV und kurzem Anschreiben direkt per Mail an emy@fh-kufstein.ac.at gesendet werden (bis 31. Mai 2026). 

FACT Box

Im Projekt EMY arbeiten Partnerinnen und Partner aus Venetien, Friaul‑Julisch Venetien und Tirol zusammen. Sie bündeln kulturelle Potenziale im Grenzraum, entwickeln Museen zu attraktiven Erlebnisorten für die Generation Z weiter und erarbeiten zukunftsfähige Strategien für den Kulturtourismus.

Beteiligt sind die FH Kufstein Tirol, die Gemeinden Maniago und Montebelluna sowie das Forschungszentrum aiku der Fondazione Università Ca’ Foscari Venedig.

 

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