Studierende entwickeln Schulungskonzept für STIHL
- 12.06.2026
- Praxisprojekt
Der über die Jahre immer weiter gewachsene Firmensitz von STIHL Tirol: In Langkampfen wird laufend an einer Optimierung der Produktion, Anlagen und Abläufe gearbeitet.
Studierende der FH Kufstein Tirol entwickelten gemeinsam mit STIHL Tirol ein Konzept zur digitalen Mitarbeitendenschulung. Im Fokus standen Prozessanalysen, Videotrainings, Gamification-Ansätze und der mögliche Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Studierende des Masterstudiengangs ERP-Systeme & Geschäftsprozessmanagement an der FH Kufstein Tirol haben im Rahmen eines Praxisprojekts eine umfassende Konzeptentwicklung zur Mitarbeitendenschulung bei STIHL Tirol durchgeführt. Dabei wurden Fertigungsprozesse und deren Dokumentation detailliert analysiert, Kernkompetenzen ermittelt, Visualisierungen und Videoschulungen geprüft. Weiters wurde ein gemeinsames Layout sowie Prozesse entwickelt sowie der Einsatz von KI in all diesen Bereichen geprüft.
STIHL Tirol als Partner für innovative Schulungsansätze und KI-gestützte Datenanalyse
STIHL Tirol mit Sitz in Langkampfen ist ein führendes Unternehmen in der Herstellung von bodengeführten Gartengeräten. Als Teil der international erfolgreichen STIHL Gruppe zeichnet sich das Unternehmen durch innovative Technologien und hohe Qualitätsstandards aus. Der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) hat im Unternehmen einen hohen Stellenwert, wofür seit Jahren auch eine enge Zusammenarbeit mit der FH-Kufstein besteht.
Praxisnahes Lernen und wertvolle Erkenntnisse
Vier Studierende analysierten im Wintersemester 2025/26 in einer fünfmonatigen Projektphase die Prozessdokumentation, die Kernkompetenzen für die Montage sowie die zuvor in Projekten erstellten Videodokumentationen für die Einschulung von Mitarbeitenden und die Möglichkeit einer künftig KI-unterstützten Erstellung von Schulungsunterlagen und die Lernfortschritte der Mitarbeitenden zu begleiten. Dabei wurden Ansätze des Gamification, also der Spielefizierung genutzt. Hierbei werden spieltypische Elemente und Designprinzipien in die Lernwelt übertragen, um mit kurzen Einheiten und Erfolgen die Motivation und das Engagement positiv zu beeinflussen. Ebenso wurden verschiedene Softwareansätze zur Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) ermittelt und auf ihre Tauglichkeit geprüft und in einem mehrstufigen Prozess mit einem Workflow zur Erstellung der Lerninhalte und Videos für einzelne Module/Kernkompetenzen verglichen.
Der STIHL Skillhub führt die Mitarbeitenden durch die Schulungen und ermöglicht ein Selbststudium wie eine dedizierte Nachschulung von Kompetenzen.
Die studentische Projektleitung, Lea Ebner, konnte dazu folgendes Fazit ziehen: „Nicht jedes Problem braucht KI. Die Idee, den Videoschnitt zu automatisieren, hat vielmehr gezeigt, dass ein klar definierter Workflow mit Time-Markern oft die bessere Lösung ist.“
Aus den gewonnenen Erkenntnissen wurde ein sogenannter Clickdummy erstellt. Dieser wird genutzt, um in der Konzeptionsphase die Benutzung und das Design zu simulieren und mit dem Auftraggeber abzustimmen. Die Arbeit des Projektteams konnte dabei die Gruppenleiter der STIHL Tirol Fertigung einbeziehen und ein sehr gutes konstruktives Feedback kreieren.
Das gemeinsam entwickelte Logo zum Skillhub
Alle notwendigen Prozesse und Workflows wurden definiert und ausgearbeitet und in einer Abschlusspräsentation beim Kunden konnten alle Teilnehmenden am Projekt sowie auch deren Führungskräfte von den Vorteilen profitieren.
Effektive Zusammenarbeit und nachhaltige Ergebnisse
Die Kooperation zwischen den Studierenden und STIHL Tirol wurde von beiden Seiten als hervorragend bewertet. Der offene Austausch ermöglichte es allen, wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen. Daniel Buchegger, Projektleiter STIHL Tirol und Verantwortlicher eines Montagebereichs: „Die Studierenden haben sehr kreativ gearbeitet, unsere Wünsche und Anregungen sehr schnell umgesetzt und Anforderungen sogar übertroffen. Eine tolle Performance!"
Auch das Studierendenteam zieht eine positive Bilanz: "Der große Gestaltungsspielraum und die enge Zusammenarbeit mit STIHL Tirol brachten uns eine besonders wertvolle und lehrreiche Praxiserfahrung."
Langfristige Auswirkungen und Folgeprojekte
Das Projekt lieferte wertvolle Erkenntnisse, die sowohl für STIHL Tirol als auch für die Studierenden von großem Nutzen sind. Eine Umsetzung ist bereits geplant.
Für die Studierenden der FH Kufstein Tirol bedeutet das Projekt eine wertvolle praktische Erfahrung, die auch in der Lehre weiter genutzt wird. Künftige Studierendengruppen der Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen, ERP-Systeme & Geschäftsprozessmanagement und Smart Products & Solutions werden von den gewonnenen Erkenntnissen profitieren.
Die enge Kooperation zwischen STIHL Tirol und der FH Kufstein Tirol wird weitergeführt und vertieft.