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Resilienter Tourismus: Impulse für den Tourismus 2026

  • 28.10.2025
  • Forschung
Frau steht am Rednerpult auf der Bühne.
© FH Salzburg

Helena Gey von der FH Kufstein Tirol präsentierte Ergebnisse aus dem Projekt Resilienter Tourismus beim zweiten Kongress an der FH Salzburg.

Anfang Oktober 2025 fand an der FH Salzburg der zweite transnationale Kongress des Interreg-Projekts Resilienter Tourismus statt. Inspirierende Vorträge und anregende Gespräche eröffnete den Gästen neue Perspektiven – ganz im Sinne des Mottos: Betriebe und Organisationen stärken.

Am 9. Oktober 2025 kamen über 150 Touristiker:innen, Studierende und Interessierte zum zweiten Kongress des Interreg-Projekts Resilienter Tourismus an der FH Salzburg zusammen. Unter dem Titel Resilienter Tourismus und Digitalisierung – Betriebe & Organisationen stärken! bot die Veranstaltung mit spannenden Keynotes, Impulsvorträgen und Projektergebnissen vielfältige Denkanstöße für die Zukunft der Branche.

Zum Auftakt präsentierte Helena Gey von der FH Kufstein Tirol den aktuellen Stand des Projekts und stellte zentrale Resultate vor – darunter den neu entwickelten Resilienz-Index sowie den Zertifikatslehrgang Resilienzmanager:in im Tourismus.  

Im weiteren Verlauf des Nachmittags teilten die Vortragenden ihre persönlichen Erfahrungen und Überzeugungen und zeigten, wie eine positive Haltung dazu beitragen kann, die Transformation im Tourismus aktiv zu gestalten. Im Mittelpunkt stand die Integration von Künstlicher Intelligenz in resiliente Strukturen – als Ansatz, Transformationsprozesse bewusst und nachhaltig zu steuern.

Man muss sich auf die Dinge vorbereiten, auch ohne zu wissen, wann und woher Krisen kommen.

Prof. Markus Hengstschläger

Mit Lösungsbegabung die Zukunft gestalten

In seiner Eröffnungs-Keynote stimmte der bekannte Genetiker und Autor Prof. Markus Hengstschläger mit einer bildhaften, begeisternden Sprache auf das Thema des Nachmittags ein: „Man muss sich auf die Dinge vorbereiten, auch ohne zu wissen, wann und woher Krisen kommen.“ Dies erfordere Individualität, Flexibilität und Bewegung – statt sich ausschließlich an der Vergangenheit zu orientieren.

Hengstschläger zeigte sich zuversichtlich, dass die Menschheit künftigen Krisen resilient begegnen kann, wenn sie eines ihrer größten Potenziale nutzt: die Begabung, Lösungen zu finden. Um dies zu fördern, rief er die anwesenden Touristiker:innen dazu auf, große Visionen zu entwickeln, anstatt sich mit kleinen Zielen zufriedenzugeben – denn auf dem Weg dorthin warteten viele, oft zufällige Entdeckungen.

Resiliente Unternehmensführung

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie resiliente Unternehmensführung in der Praxis gelingt, lieferte Alexander Aisenbrey, Geschäftsführer der Vorreiter AG und Hotelier des Jahres 2021. In seinem Vortrag berichtete er von den Höhen seiner Karriere im Hotelbusiness – aber auch von Rückschlägen, die ihn nie entmutigten. Seine zentrale Botschaft, gewachsen aus langjähriger Erfahrung: Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen. Eine gute Führungskraft, so Aisenbrey, sei im Idealfall ein Coach, der mit Empathie führt, Visionen entwickelt und Mitarbeitende in ihrer Entfaltung unterstützt.

Ein Mann geht über die Bühne, mit lebhaften Gesten.
© FH Salzburg

Alexander Aisenbrey berichtet aus eigener Erfahrung, was resiliente Unternehmensführung im Hotelbetrieb bedeutet.

Im Anschluss richteten Thomas Reisenzahn und Marco Riederer von der Prodinger Tourismusberatung den Blick auf die Zahlenwelt. Mit anschaulichen Grafiken verdeutlichten sie aktuelle Entwicklungen in der alpinen Tourismusbranche und zeigten, wie sich dadurch Hotelinvestitionen verändern. Besonders in Erinnerung blieb, dass sich der alpine Beherbergungsmarkt zunehmend diversifiziert – etwa durch neue Modelle wie Buy-to-let, bei dem Ferienwohnungen von Privatpersonen gekauft und über einen Betreiber vermietet werden, oder Branded Residences, also Eigentumswohnungen, die unter einer bekannten Hotelmarke geführt werden.

Künstliche Intelligenz im Tourismus

Den Brückenschlag zu Künstlicher Intelligenz schaffte Anja Kirig vom Zukunftsinstitut. Sie zeigte, wie KI den Tourismus nachhaltiger und effizienter gestalten kann: „KI begleitet Gäste, unterstützt Teams und hilft Organisationen, resilienter zu wirtschaften und menschlicher zu handeln.“

Konkrete Anwendungen reichen von personalisierter Gästebetreuung und automatischen Übersetzungen über KI-gestützte Marktanalysen, Auslastungsplanung und Besucherstromlenkung bis hin zu KI-gesteuerten Klima- und Lichtsystemen. In sechs prägnanten Thesen skizzierte Kirig die Zukunft der KI im Tourismus. Ihre Vision: HumAInity – eine symbiotische Intelligenz, die KI-Effizienz und menschliche Empathie vereint.

KI begleitet Gäste, unterstützt Teams und hilft Organisationen, resilienter zu wirtschaften und menschlicher zu handeln.

Anja Kirig

Im Anschluss gab Dr. Marco Maier, Co-Founder des Münchner Start-ups Tawny, Einblicke in die Welt der KI-basierten Videoanalyse. Das Unternehmen startete während der Corona-Pandemie mit Emotion Analytics für Werbeanzeigen und wurde dafür 2022 mit dem Innovationspreis der Deutschen Marktforschung ausgezeichnet. Es folgte ein Pilotprojekt mit der Deutschen Bahn, bei dem Kameras die Bewegungsrouten von Fahrgästen analysierten. Heute liegt der Fokus auf Vision AI im Retail- und Eventbereich: In Geschäften misst sie das Interesse an Produkten, auf Messen und Veranstaltungen hilft sie, Menschenströme zu lenken und Reaktionen des Publikums in Echtzeit zu erfassen. Für Touristiker:innen eröffnen sich damit neue Möglichkeiten, Besucherströme zu steuern, das Verhalten von Gästen besser zu verstehen und Angebote gezielter zu gestalten.

Neue Impulse auch in 2026

Für das kommende Jahr sind weitere Formate geplant, darunter drei Kamingespräche zum Thema Regionale Resilienz. In kleiner Runde bieten sie Gelegenheit zu intensivem Austausch und lebhaften Diskussionen über die nächsten Projektschritte.

Zum krönenden Abschluss lädt das Projektteam Expert:innen und Interessierte im Herbst 2026 zum dritten Kongress Resilienter Tourismus – Regionen & Destinationen stärken! an der FH Kufstein Tirol ein. Dank der Förderung durch Interreg Bayern-Österreich ist die Veranstaltung für alle Interessierten kostenfrei zugänglich.

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