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Tiny Torquer: Das Jahr, in dem alles Fahrt aufnahm

  • 29.12.2025
  • Allgemein
Eine Gruppe junger Erwachsener überprüft ein kleines motorisiertes Mini-Bike auf einer Landebahn in Vogtareuth. Der Fahrer trägt Schutzkleidung und sitzt noch auf dem Bike, während ein Teammitglied sich zum Bike herunterbeugt.
© FH Kufstein Tirol

In Vogtareuth bei der Probefahrt: Ein Tiny Torquer sitzt auf dem Mini-Bike, während das Team die letzten Vorbereitungen trifft.

Die Tiny Torquer blicken auf ein außergewöhnliches Jahr zurück: Von ersten Event-Teilnahmen, etwa bei den Nitrolympx und dem Glemseck101, über rasantem Community-Wachstum bis hin zu konkreten Plänen für eine eigene Rennserie ab 2026. Ein Rückblick auf ein Projekt, das Technik, Teamgeist und Motorsport neu denkt.

Als die Mini-Bikes der Tiny Torquer vor gut einem Jahr erstmals die Räumlichkeiten der FH Kufstein Tirol verließen, ahnte kaum jemand, wie rasant sich das Projekt entwickeln würde. Aus einer Lehridee wurde eine Community. Aus ein paar Prototypen ein Fuhrpark. Und aus einer Vision eine Bewegung, die die Grenzen zwischen Studium, Hobby und Motorsport verschwimmen lässt.

Auf die große Bühne: Nitrolympx & Glemseck101

2025 war das Jahr, in dem die Tiny Torquer erstmals so richtig im Rampenlicht standen. Die Probefahrten am Flugplatz Vogtareuth bildeten eines der großen Highlights des Jahres. Bei den Nitrolympx und dem legendären Glemseck101 präsentierte das Team dann gleich mehrere selbstgebaute Mini-Drag-Bikes – und wurde überrascht von einer durchgehend begeisterten Resonanz.

Viele Besucher:innen konnten kaum glauben, dass die Rennmaschinen mit günstigen Industriemotoren für etwa 100 Euro, Holz-Mockups und recycelbaren Stahlrahmen entstehen. Der Gedanke, Motorsport mit geringem Budget zugänglich zu machen, faszinierte – und führte zu unerwarteten Begegnungen.

Vereinsobmann Prof. (FH) Dr. Christian Schmid, Initiator des Projekts und Professor für Produktentwicklung im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen, erinnert sich an einen Moment besonders gern: Ein kurzer Smalltalk über das Tiny-Torquer-Shirt verwandelte sich in ein halbstündiges Gespräch mitten auf der Nitrolympx-Tribüne – am Ende mit dem Handschlag für die Teilnahme eines ganzen Teams im kommenden Jahr. Und sie haben sich tatsächlich gemeldet.

Auch in Glemseck entstanden wertvolle Kontakte, darunter ein Austausch mit GeigerCars, der bereits zu ersten Kooperationen geführt hat – inklusive geplanter Einblicke in Produktentwicklung für Studierendengruppen.

Stand der Tiny Torquer bei einem Motorsport-Event mit präsentierten Mini-Bikes.
© privat

Die Tiny Torquer präsentierten ihre Mini-Bikes bei mehreren hochkarätigen Motorsport-Events.

Allein in Glemseck führte das Team über 130 Gespräche mit interessierten Fans, Clubs, Veranstaltern und zukünftigen Teilnehmer:innen. Für viele war klar: Diese Low-Budget-Rennklasse hat Zukunft.

Von der Werkstatt zur Community

Während die Tiny Torquer bei Events erstmals breite Aufmerksamkeit erhielten, entwickelte sich das Projekt auch intern weiter:

  • Sechs Bikes sind vollständig fahrbereit
  • Vier weitere im Bau
  • in einer Lehrveranstaltung entsteht ein zusätzliches Rennfahrzeug
  • der Verein zählt inzwischen über 40 Mitglieder, zwei Drittel davon Studierende

Das Besondere: Die Mitglieder lernen nicht nur Theorie, sondern erleben echte Produktentwicklung – vom Holzrahmen-Mockup über die Fertigung bis zum Testtag am Flugplatz. Fehler gehören dazu und sind gewollt: Fail fast and early.

Die Mischung aus Technik, Teamgeist und greifbaren Erfolgen sorgt dafür, dass das Projekt Interessierte und Studierende aller Fachrichtungen anzieht – von Motorsportprofis bis zu Einsteiger:innen, die ihre ersten Schweißnähte ziehen.

Institutionelle Unterstützung & neue Chancen

Ein entscheidender Schritt 2025 war der Sponsoringvertrag mit der FH Kufstein Tirol. Werkstatträume, Finanzierung, Marketingunterstützung und organisatorische Begleitung gaben dem Projekt die professionelle Basis, die es für seinen nächsten Wachstumsschritt benötigte.

Mit dieser Rückendeckung wurden Messeauftritte, Renneinsätze und neue Kooperationen möglich – und das Projekt wurde sichtbar weit über die FH hinaus.

Katharina Weber (Chefredakteurin, Custombike Magazin), Prof. (FH) Dr. Christian Schmid und Dr. Heinz Christmann (Redakteur und ehemaliger Chefredakteur, Dreammachine Magazin) bei der NitrolympX (v.l.n.r.)
© privat

Ausblick: Jetzt wird’s ernst

Die Tiny Torquer haben für die kommenden Jahre klare Ziele:

  • Ausbau der Community, mehr Workshops, Prüfstand-Entwicklung, Tutorials & Teilelisten
  • Start einer eigenen Low-Budget-Drag-Racing-Liga mit mehreren Klassen
  • fortlaufende Suche nach Test- und Rennstrecken in Tirol und Umgebung
  • Erweiterung der Zusammenarbeit mit Unternehmen und Gemeinden

Mit Veranstaltern in Dessau steht bereits eine Vereinbarung: Vier Rennen sollen im nächsten Jahr stattfinden – der Auftakt zu einer eigenen Rennserie.

Der Kern der Bewegung: Technik zum Anfassen

Was bleibt nach diesem rasanten Jahr? Eine Initiative, die zeigt, wie moderne Lehre aussehen kann: erlebbar, kreativ und voller Eigeninitiative. Ein Team, das technische Leidenschaft mit sozialem Miteinander verbindet. Und ein Projekt, das Motorsport für Menschen öffnet, die sonst keinen Zugang dazu hätten.

Oder wie es Christian Schmid formuliert: „Die Mini-Bikes sind das perfekte Entwicklungsobjekt. Man kann scheitern, lernen, verbessern – und am Ende etwas bauen, das wirklich fährt.“

2025 war das Jahr, in dem die Tiny Torquer durchstarteten. 2026 wird das Jahr, in dem sie weiter beschleunigen.

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