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Kulturmanagement I

Niveau der Lehrveranstaltung/des Moduls laut Lehrplan

1. Studienzyklus, Bachelor

Lernergebnisse der Lehrveranstaltung/des Moduls

Die Grundlagenvorlesung Kulturmanagement I konzentriert sich darauf, die Studierenden auf die aufbauenden Module im Studium vorzubereiten. Die Studierenden erwerben eingehende und grundlegende Kenntnisse zum Kulturbetrieb, seinen Begrifflichkeiten, Strukturen und Rahmenbedingungen sowie seiner gesellschaftlichen Verankerung. Sie können diese Zusammenhänge beschreiben und Funktionsweisen, Aufgaben sowie aktuelle Herausforderungen und neue Tendenzen des Kulturbetriebs darstellen und durch Beispiele erläutern. Dem erworbenen Wissen können die Studierenden weiter die Bedeutung der nachfolgenden Module Kulturmanagement II und III entnehmen.

Voraussetzungen laut Lehrplan

keine Angabe

Lehrinhalte

In Kulturmanagement I steht als Grundlage für Kulturmanagement II und III der Kulturbetrieb in seinen Strukturen, Kontexten, Rahmenbedingungen und Funktionsweisen im Mittelpunkt. Um die Strukturen des Kulturbetriebs zu verstehen, werden die Zusammenhänge im Kunst-, Musik-, Theater, Literatur-, Film- und Festivalbetrieb exemplarisch dargestellt: Dies umfasst das Zusammenwirken von produzierenden, vermittelnden, verwertenden und bewahrenden Institutionen, die Bedeutung von Trägerschaftsstrukturen (öffentlich-rechtliche, privatrechtlich-gemeinnützige, privatrechtlich-kommerzielle, privatwirtschaftliche, u.a.); Aufgabenbereiche im Kulturbetrieb (Intendanz, Kuratoren, kreative und darstellende KünstlerInnen, …), die Rolle von Interessensvertretungen, rechtliche Besonderheiten (Urheberrechtsregelungen; Arbeitsrecht) sowie Bezüge zum Wechselverhältnis zwischen Kulturmanagement und Kulturpolitik.

Der historischen Verankerung kommt insbesondere durch die Veränderungen von Angebots- und Publikumsstrukturen seit den 1970er Jahren eine bedeutsame Rolle zu: Eine hohe Anzahl traditioneller Kulturinstitutionen ging mit der Emanzipation des (Bildungs)Bürgertums im 18. und 19. Jahrhundert einher, während sich seit den 1970er Jahren gesellschaftliche Wandlungsprozesse in der Ausgestaltung von kulturellen Angeboten und seiner Wahrnehmung durch das Publikum abbilden. Diese relativ kurze Zeit tiefgehender Veränderungen hat den Kulturbetrieb vor neue Aufgaben gestellt, die mittels kulturmanagerialer Strategien bewältigt werden sollen.

Die Grundaufgaben des Kulturbetriebs nach Werner Heinrichs (Initiieren, Produzieren, Vermitteln und Bewahren) erfahren vertiefte Bedeutung und Reflexion vor spezifischen Wirkungsbereichen und Angebotsformaten des Kulturbetriebs. Dabei werden in Erweiterung zu Heinrichs nicht nur die klassischen, sondern auch die neuen Formate berücksichtigt: Formen von soziokultureller Kultur, Kulturinitiativen, virtuelle Angebote, Netzwerke und Netzwerkkulturen. Mechanismen wie Gatekeeping werden reflektiert, das kulturbetriebliche Potenzial, Seh-, Hör- und Erlebensgewohnheiten im Rahmen der Aufgaben von Kulturbetrieben kontextualisiert und aktuelle interdisziplinäre Trends hin zu einem entgrenzten Kulturverständnis diskutiert.

Die Entstehung von Kulturmanagement und seine Beziehung zum Kulturbetrieb werden abschließend dargestellt. Kulturmanagement I schließt mit einem Ausblick auf die Bedeutung von Kulturfinanzierung (Kulturmanagement II) und Kulturvermittlung bzw. -marketing (Kulturmanagement III): Vor dem Hintergrund demographischer, lebensstilorientierter und technologiebasierter Veränderungen rücken kulturelle Produktion, Verbreitung und Erfahrung für Erhalt und Neuerung in den Mittelpunkt von Kulturmanagement.

empfohlene Fachliteratur

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Limper, Josef / Lücke, Martin (2013): Management in der Musikwirtschaft. Kohlhammer Edition Kreativwirtschaft
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Walz, Markus: Handbuch Museum. Geschichte, Aufgaben, Perspektiven
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Webjournale:
http://www.on-curating.org/
http://www.kulturmanagement.net/
http://www.kulturenfokus.de/

Bewertungsmethoden und -kriterien

LV-abschließende Prüfung (Klausur)

Unterrichtssprache

Deutsch

Anzahl der zugewiesenen ECTS-Credits

4

geplante Lehr- und Lernmethoden

Integrierte Lehrveranstaltung, Case Studies, Diskussion, Gruppenarbeiten

Semester/Trimester, in dem die Lehrveranstaltung/das Modul angeboten wird

2

Name des/der Vortragenden

Prof. (FH) Dr. Verena Teissl

Studienjahr

1. Studienjahr

empfohlene optionale Programmeinheiten

keine Angabe

Kennzahl der Lehrveranstaltungen/des Moduls

vz.KUM.1

Art der Lehrveranstaltung/des Moduls

Pflichtfach

Art der Lehrveranstaltung

Präsenzveranstaltung

Praktikum/Praktika

keine Angabe