(v.l.): DI Mayer, MSc, BSc, und Mag. Jenewein (GF des TWF) bei der Vergabe der Förderung
(v.l.): DI Mayer, MSc, BSc, und Mag. Jenewein (GF des TWF) bei der Vergabe der Förderung

Wirtschaftsingenieure erforschen Pyrolyseverhalten von Kaffeesatz

23.05.2013 |
Allgemein
Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen der FH Kufstein erforscht im Rahmen eines Projektes Grundlagen zur wirtschaftlichen Brennstoffnutzung von Kaffeesatz.

Als alternativer Brennstoff werden bereits pflanzliche Reststoffe aus landwirtschaftlicher Produktion herangezogen. Dazu zählen alle Pflanzen, die auf landwirtschaftlichen Flächen wachsen, sowie Abfall- und Nebenprodukte aus der Landwirtschaft. Diese Produkte können den wachsenden Energiebedarf nicht, beziehungsweise nur bedingt abdecken. Es ist deshalb notwendig andere Abfallstoffe für die Energiegewinnung heranzuziehen.

Kaffeesatz verursacht Entsorgungsprobleme

Ein verwendbarer Abfallstoff ist beispielsweise Kaffeesatz, welcher in großen Mengen (ca. 100.000 t) in Europa anfällt und im Rahmen des Projektes genauer unter die Lupe genommen wird. Dieser Abfallstoff kann zur Verbesserung der Brennstoffeigenschaften von pflanzlichen Reststoffen herangezogen werden.

Deshalb wird durch Versuche das Pyrolyseverhalten von Kaffeesatz ermittelt. Der Begriff Pyrolyse beschreibt die thermo-chemische Spaltung von organischen Verbindungen, durch Einwirkung hoher Temperaturen wird ein Bindungsbruch von großen Molekülen in kleinere erreicht.

Kaffeesatz verbessert Verbrennung

Das bedeutet, dass durch Beimengung von Kaffeesatz die Brenneigenschaften von pflanzlichen Reststoffen so verbessert werden können, dass eine wirtschaftliche Nutzung als alternative Energiequelle möglich wird.

Diese Pyrolyseversuche werden von der FH Kufstein in Zusammenarbeit mit dem Thermoprozesstechnikinstitut der Montanuniversität Leoben durchgeführt und vom Tiroler Wissenschaftsfonds gefördert.

Erste Ergebnisse zeigen, dass Kaffeesatz als Brennstoff einen sehr hohen Heizwert hat, was auf die Inhaltsstoffe zurückzuführen ist. Damit dieser Brennstoff in handelsüblichen Heizkesseln verfeuert werden kann, ist es deshalb notwendig den Kaffeesatz mit anderen minderwertigeren Brennstoffen zu mischen. So verändert sich durch die Zuführung des Brennstoffs die Regelcharakteristik des Heizkessels nicht.

Innovatives Projekt gefördert durch Tiroler Wissenschaftsfonds

„Das Projekt soll einerseits die Verwendung minderwertiger Brennstoffe ermöglichen und gleichzeitig die Entsorgungsproblematik von Kaffeesatz lösen“, fasst Studiengangsleiter DI Martin Mayer, MSc, BSc das innovative Projekt zusammen.

Durch diese Forschung sollen die Grundlagen für einen wirtschaftlichen und für die Umwelt verträglichen Brennstoff ermittelt werden.

Foto: Die Fotographen / Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Uni Ibk